Der Oberkochen-Hammer! 1000 neue Jobs aus Südkorea

Ansiedlung Das südkoreanische Unternehmen „YG-1“ will in Oberkochen ein Entwicklungszentrum für die Herstellung moderner Werkzeuge errichten. Für die Region könnte das ein Meilenstein sein.
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    Firmenchef Hokeun Song und Bürgermeister Peter Traub bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: ls
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    Auf dieser Fläche, unweit von SMT, im Oberkochener Gewerbegebiet Süd will der südkoreanische Konzern YG-1 offenbar ein Entwicklungszentrum errichten. 1000 Jobs sollen dadurch entstehen. Foto: Oliver Giers

Oberkochen

Seit einigen Tagen wurde in Oberkochen schon über eine „potenzielle Sensation“ gemunkelt. Nun ist die Katze aus dem Sack: Wie diese Zeitung in Erfahrung brachte, fällt diese spektakulär aus. Das südkoreanische Unternehmen „YG-1“ will im Gewerbegebiet „Süd“ einen neuen Produktionsstandort mit rund 1000 Arbeitsplätzen aufbauen. Dafür möchte der Konzern alle verfügbaren Gewerbeflächen im Gewerbegebiet Süd in Oberkochen aufkaufen.

Wie Bürgermeister Peter Traub gegenüber der SchwäPo bestätigte, gebe es bereits seit April Gespräche, um in Oberkochen 3,2 Hektar Gewerbefläche zu kaufen und ein Entwicklungs- und Produktionszentrum für moderne Werkzeuge aufzubauen. In die Verhandlungen war auch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg einbezogen.

In den nächsten fünf Jahren will „YG-1“ am Standort Oberkochen eine hochmoderne Fertigungsstätte aufbauen und bis zu 1000 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. „Dies ist ein weiterer großer Wurf für die Stadt“, betont Bürgermeister Peter Traub. Gleichzeitig sollen die europäischen Aktivitäten des Unternehmens am Standort Oberkochen konzentriert werden. Die deutsche Zentrale der Südkoreaner ist aktuell in Eschborn ansässig.

Zentrum der Branche

Der Standort Oberkochen, aktuell dank Zeiss Photonik-Standort Nummer Eins und mit Leitz und Oppold bereits jetzt ein wichtiger Standort für die Werkzeugherstellung, steigt mit dem YG-1-Projekt zu einem europäisch bedeutsamen Zentrum der Branche auf. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wäre dies zudem die größte Unternehmensansiedlung eines ausländischen Unternehmens in Baden-Württemberg in den vergangenen fünf Jahren. Für die Stadt wiederum wäre es, nach der Ansiedlung der Carl Zeiss SMT im Jahre 2004 und der Carl Zeiss Meditec AG neun Jahre später, einer der größten Firmenneuzugänge in der Geschichte Oberkochens.

Dies ist ein weiterer großer Wurf für die Stadt.

Peter Traub,
Bürgermeister von Oberkochen

Auf die Frage dieser Zeitung, ob die geplante Unternehmensansiedlung Glück oder Zufall gewesen sei, meinte Traub, dass es sicherlich eine glückliche Fügung gewesen sei, wenn ein so bedeutendes Unternehmen auf die kleine Stadt am Kocherursprung aufmerksam geworden sei und dort sogar seine europäischen Aktivitäten konzentrieren wolle. „Hier hat der internationale Ruf Oberkochens als wichtiger Standort der werkzeugherstellenden Industrie eine gewisse Rolle gespielt“, meinte Traub, der die Verhandlungen intensiv vorangetrieben hatte.

Vorstellung am 4. Oktober

Oberkochen werde nun „der Schauplatz eines internationalen Mega-Projekts“, fügt Traub hinzu. „Der Werkzeugstandort Oberkochen wird enorm aufgewertet.“ Die nahezu 1000 neuen Arbeitsplätze sicherten die Zukunft zahlreicher Familien ab. Für die Stadt sei zudem ein weiterer, nicht zu unterschätzender Entwicklungsschub zu erwarten. Der Firmengründer und Chef des Familienunternehmens von YG-1, Hokeun Song, wird am 4. Oktober persönlich nach Oberkochen kommen, um hier weitere Details des Mega-Projekts vorzustellen. „Ich freue mich riesig für meine Stadt – aber natürlich auch persönlich“, so der Bürgermeister. Mit den Bauarbeiten soll bereits im kommenden Jahr begonnen werden. Die verschiedenen Bauabschnitte sollen bis 2023 umgesetzt sein.

Zum Unternehmen

YG-1 ist eigenen Angaben zufolge weltweit führender Hersteller und Anbieter von spanenden Werkzeugen für die Metall- und Kunststoff-Bearbeitung. Darüber hinaus werden Werkzeugmaschinen, 3D-Drucker für industrielle Fertigungen und weitere Komponenten für die Metall- und Kunststoff-Bearbeitung sowie für medizinische Anwendungen hergestellt. YG-1 wurde 1981 von Hokeun Song gegründet und hat seinen Sitz in Incheon in Südkorea. Der Konzern erwirtschaftet einen Jahresumsatz von aktuell 550 Millionen US-Dollar und ist weltweit tätig, mit 28 Produktionsstätten in elf Ländern auf allen Kontinenten. Die Südkoreaner produzieren pro Jahr unter anderem rund 60 Millionen Bohr-, 30 Millionen Fräs-, sowie rund 24 Millionen Gewinde-Werkzeuge.

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© Wirtschaft Regional 28.09.2017 09:35
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