Agenda erfüllt: Carl Trinkl sagt adieu

Verabschiedung Der 63-jährige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Ostalb wird in den Ruhestand verabschiedet. 600 Gäste würdigen die Bilderbuchkarriere des Sparkassendirektors.
  • 12a23f33-ea80-4b90-8016-52eb97be3c1a.jpg
    KSK-Vorstandsvorsitzender Carl Trinkl (3.v.re.) wird von (v.li.) Markus Frei, Norbert Barthle, Peter Schneider, Klaus Pavel und Andreas Götz in den Ruhestand verabschiedet. Fotos: Oliver Giers
  • 660722b6-dcf1-4225-909b-a47221365c60.jpg
    Das Ehepaar Götz, Landrat Klaus Pavel (re.)
  • cf3d978f-62c2-44e9-8145-9402f0f1ba27.jpg
    Carl Trinkl (li.) erhält von Peter Schneider die Sparkassenmedaille verliehen.

Aalen

Er habe mit Bedacht den Schluss seines Berufslebens selbst gewählt. Und es sei ein Tag der Freude, das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Ostalb nun in jüngere Hände zu legen. Sparkassendirektor Carl Trinkl ist in der Aalener Stadthalle am Mittwochabend in den Ruhestand verabschiedet worden. „Ich habe meine Agenda erfüllt. Nun beginnt eine neue Zeit, deren Weichenstellung exzellent ist“, sagt ein durch den lang anhaltenden Applaus gerührter Carl Trinkl.

Sachkundig. Fleißig. Hochpräsent und bestens vernetzt. Vom Stift zum Vorstandschef. So charakterisiert an diesem Festabend Sparkassenpräsident Peter Schneider den 63-jährigen Trinkl, der 46 Jahre bei der Sparkasse gearbeitet hat. „Carl Trinkl kommt aus der Tiefe des Raums, dieser Raumschaft. Er ist kein Englisch sprechender Banker, der dahin vagabundiert“, sagt Schneider. Vielmehr komme Trinkl authentisch daher. Er habe sich auf den Rat und die Urteilskraft des Ostälblers verlassen können – auch bei „milliardenschweren Entscheidungen in der Finanzkrise“, urteilt Schneider über den Neu-Ruheständler. Der Sparkassenpräsident nutzt die Verabschiedung Trinkls für ein flammendes Plädoyer für das Geschäftsmodell der Sparkassen. „Wir haben uns in der Krise behauptet.“

Landrat Klaus Pavel spricht in seiner Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender der KSK Ostalb von einem Epochenwechsel, bei dem die Kontinuität im Vorstand dennoch gewahrt bleibe. „Carl Trinkl hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Er war stets gut vernetzt und hat einen untrüglichen Wertekompass“, sagt Pavel und blickt in die vielen Stationen im Berufsleben des Carl Trinkl zurück – die aber allesamt in Reihen der Sparkasse stattfanden. Er hinterlasse eine gut positionierte und wohlgeordnete Sparkasse. Trinkl sei im letzten Amtsjahr nicht müde geworden und habe Führungsstruktur wie Vertrieb neu aufgestellt. „Die KSK Ostalb wird mit Andreas Götz, Dr. Christof Morawitz und Markus Frei im Wettbewerb als größte Bank ein starkes Korrektiv für die gesamte Region sein“, sagt Pavel.

Wenn ich weniger wüsste, könnte ich deutlich mehr sagen.

Carl Trinkl
scheidender KSK-Vorstandschef

Carl Trinkl selbst hält einen Rückblick auf Weggefährten wie Gustav Wabro, der Landrat war, als er zur Kreissparkasse Aalen kam. Er dankt den rund 1000 Mitarbeitern der Bank für ihre Schaffenskraft und lobt den Verwaltungsrat der Sparkasse als mutiges Gremium. „Um die Erwartungen zu erfüllen, musste ich mich oft mächtig strecken. Aber die Sparkasse und ich sind uns gegenseitig nichts schuldig geblieben. Ich wurde ordentlich bezahlt“, sagt der 63-Jährige. „Den Willen, alles gut zu machen, hatte ich jedenfalls.“

Sein Nachfolger Andreas Götz beschreibt das gute Miteinander, das er seit 2010 mit Carl Trinkl gepflegt habe. „Ein erfolgreiches Haus braucht man nicht umkrempeln. Es wird behutsam erneuert, damit die Marktführerschaft erhalten bleibt“, schließt der neue Vorstandschef.

zurück
© Wirtschaft Regional 20.09.2017 22:28
Ist dieser Artikel lesenswert?
1634 Leser
nach oben