Gmünd geht in E-Mobilität voran

5. Gmünder Forum Elektromobilität Über 200 Besucher informierten sich im Congress Centrum Stadtgarten über den Wandel in der Mobilität und die Auswirkungen auf die Gesellschaft in der Zukunft.
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    Brechend voll war der Leutze-Saal im Congress-Centrum Stadtgarten beim 5. Gmünder Forum Elektromobilität. Fotos: Hientzsch
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    Großes Interesse zeigten die Besucher des E-Mobilitätsforums an den neuen Elektromodellen der Gmünder Autohäuser.

Schwäbisch Gmünd

Schwäbisch Gmünd baut seine Vorreiterrolle in der Elektromobilität weiter aus. Beim „5. Gmünder Forum Elektromobilität“ am Dienstag platzte der Leutze-Saal im Congress Centrum Stadtgarten mit weit über 200 Besuchern aus den Nähten. Nicht nur Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, sondern zahlreiche Bürger informierten sich über den Wandel in der Mobilität. Mit Interesse fuhren sie Elektroautos der BMW-Group und der Lorcher Aradex AG Probe, inspizierten die E-Modelle der Autohäuser Baur, Hosch, Mercedes Benz, Mulfinger, Wagenblast und Schramel, informierten sich über Carsharing oder über Aktivitäten der Gmünder Stadtwerke bezüglich Ladeinfrastruktur.

Bei der von Peter Schwierz, Chefredakteur des E-Mobilitäts-Dienstes electrive.net, moderierten Begrüßung sagte Richard Arnold, „dass Gmünd schon 2011 in Sachen E-Mobilität aktiv wurde, als andere noch darüber lächelten. Der OB verwies darauf, dass Gmünd bereits 30 Ladepunkte habe, Projekte wie E-Pendler und E-Carsharing durchführe und durch die Technische Akademie ein Top-Weiterbildungsstandort sei. „Wir werden im nächsten Frühjahr ein vollautomatisches Fahrrad- und Pedelecverleihsystem auf die Beine stellen, das als RegioRad Stuttgart bei der Remstal-Gartenschau 2019 zu einem wichtigen Mobilitätsinstrument wird, kündigte Arnold an.“ IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaele Eberle versicherte, „dass die Unternehmen der Region die Chancen der E-Mobilität bezüglich Material, Vernetzung und Logistik nutzen und dafür sorgen werden, Fahrverbote künftig zu vermeiden“. Bund und Land müssten die Aktivitäten aber unterstützen. „Mit Verboten erreicht man nichts“, postulierte OB Richard Arnold, es müssten Anreize geschaffen werden. Rainer Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke, forderte eine „intelligente Nutzung von neuen Mobilitätsmodellen“ und bat um Verständnis, „dass sich unsere nachhaltigen Investitionen in die Infrastruktur auch betriebswirtschaftlich rechnen müssen. Deshalb können wir den Strom nicht weiterhin zum Nulltarif an den Ladestationen abgeben.“

Wir werden Chancen der E-Mobilität nutzen!

Michaela Eberle, IHK

MdB Norbert Barthle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sieht „Handlungsbedarf im Verkehrsbereich, nicht nur wegen der Diesel-Debatte.“ Die CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs seien seit 2007 nur um durchschnittlich 0,7 Prozent gesunken, so könne der Klimaschutzplan der Bundesregierung (40 Prozent bis 2030) nicht erfüllt werden. Notwendig seien eine „technologieoffene Diversifizierung und die Elektrifizierung der Mobilität und keine Verbote“. Dazu brauche man elektrische Antriebe und die Versorgung des Verkehrssektors mit Erneuerbaren Energien, entweder mit Batterie- oder mit Brennstoffzellenautos. Für die SUVs, die 75 Prozent der Emmissionen verursachen, fordert Barthle Brennstoffzellenantriebe, der Bund unterstütze den Auf- und Ausbaubau der Wasserstoffinfrastruktur. Bei der batterieelektrischen Elektromobilität habe der Bund ein 300-Millionen-Euro-Programm für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur gestartet. „Baden-Württemberg und die Stadt Gmünd spielen dabei eine wesentliche Rolle“, freute sich Barthle. SPD-MdL Peter Hofelich aus Salach forderte einen „strategischen Dialog in der Automobilwirtschaft“.Die aktuelle Diesel-Konfrontationen sei nicht hilfreich. Bei den E-Mobilitäts-Förderungen des Landes müsse der branchenübergreifende Dreiklang von Forschung, Herstellung und Anwendung das Ziel sein. Einer Konfrontation von Verbrennern zu Elektroantrieben erteilte Hofelich eine Absage. Aufmerksam verfolgten die Besucher die Diskussionsrunde mit Michael Meurer (BMW), Eric Küppers (TE Global Automotive), Dr. Wolfgang Rimkus (Hochschule Aalen), Johannes Pallasch (NOW GmbH), Svenja Seelinger (TU Darmstadt) und Eberhard Ilg (Firma ELWEMA, Ellwangen).

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© Wirtschaft Regional 19.09.2017 22:42
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