Diesel-Affäre verunsichert Handwerker

Abgasskandal Das Handwerk fürchtet nach dem Diesel-Gipfel weitere Kosten – und steigende Preise für die Verbraucher
Ulm. Nach dem Diesel-Gipfel hat sich nun auch die Handwerkskammer Ulm zu Wort gemeldet. Sie fordert „Planungssicherheit“ für ihre Betriebe. Schließlich würden die rund 19 000 Kammer-Betriebe ganz besonders unter eventuellen Fahrverboten für Dieselautos leiden, so die Kammer. Auch für den Verbraucher drohen Konsequenzen.

„Die Diskussion um Dieselfahrverbote verunsichert unsere Betriebe“, erklärt Dr. Tobias Mehlich. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Nach wie vor sei unklar, ob die Handwerker ihren Fuhrpark erneuern müssten. Das bislang letzte Mal ist nämlich gar nicht so lang her. Die Handwerker hätten erst vor knapp zwei Jahren auf die Euro-5-Norm umgestellt. „Die Investitionszyklen für neue, oft sondergefertigte Fahrzeuge, sind in Handwerksbetrieben auf acht Jahre und länger ausgerichtet“, so Mehlich weiter. „Nach zwei Jahren nun wieder den Fuhrpark auszutauschen, ist unwirtschaftlich und macht beim Verbraucher erneut Druck auf die Handwerkerpreise.“

Mehlich fordert deshalb „eine Handwerkerausnahme“ und kritisiert die Autoindustrie deutlich: „Es müssen diejenigen zu ihrer Verantwortung stehen, die für die De-facto-Entwertung von Diesel-Fahrzeugen verantwortlich sind. Und das sind eindeutig nicht die Verbraucher und nicht die Handwerksbetriebe.“

zurück
© Wirtschaft Regional 04.08.2017 19:47
Ist dieser Artikel lesenswert?
1043 Leser
nach oben