Zoll deckt schmutzige Praktiken auf

Gebäudereinigung Die Gewerkschaft IG BAU kritisiert fehlende Kontrollen im Ostalbkreis in der Branche.
Ulm. Unsaubere Praktiken im Fokus: Der Zoll soll die Reinigungsbranche im Ostalbkreis stärker in den Blick nehmen. Das fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Nach Angaben der Gebäudereiniger-Gewerkschaft überprüfte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Ulm im vergangenen Jahr 33 Reinigungsfirmen – das sind 18 Prozent weniger als noch 2015. Das Gewerbe machte 2016 damit lediglich 3,9 Prozent aller Arbeitgeber-Kontrollen im Bereich des Ulmer Zolls aus. „Das ist eindeutig zu wenig“, kritisiert Mike Paul. Nach Einschätzung des IG BAU-Bezirksvorsitzenden liegt nicht nur im Baugewerbe, sondern auch in der Reinigung „vieles im Argen“.

Das bestätige die Bilanz des Ulmer Hauptzollamtes: Demnach leitete die FKS im letzten Jahr 123 Ermittlungsverfahren in der Gebäudereinigung ein. Paul: „Bei nur 33 geprüften Betrieben ist das eine ziemlich hohe Quote.“ 166 Mitarbeiter zählte die Ulmer FKS Ende 2016. „Ohne eine kräftige Aufstockung kommen die Prüfer ihren Aufgaben nicht hinterher“, sagt Paul. Die Gewerkschaft beruft sich bei der Zoll-Statistik auf eine Auswertung des Bundesfinanzministeriums für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller- Gemmeke. Danach sank die Zahl der Kontrollen in der Gebäudereinigung zwischen 2015 und 2016 bundesweit um 21 Prozent.

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© Wirtschaft Regional 03.08.2017 18:03
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