VR-Bank Ostalb: Neue Bank, neue Ziele

Fusion Nachdem der Zusammenschluss von VR-Bank Aalen und Volksbank Gmünd rechtlich und technisch vollzogen ist, will das neue Institut nun durchstarten. Das erste Halbjahr verlief indes gut.
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    Sie schicken sich an, die größte genossenschaftliche Bank der Region in die Zukunft zu führen (v.li.): Olaf Hepfer, Kurt Abele (stellvertretender Sprecher), Hans-Peter Weber (Sprecher), Guntram Leibinger (stellvertretender Sprecher) und Ralf Baumbusch. Foto: VR-Bank Ostalb

Aalen

Die VR-Bank Ostalb ist knapp acht Wochen nach der Zustimmung der Aalener Vertreterversammlung Realität geworden. Bereits am 3. Juli ins Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Ulm eingetragen, wurde nun auch die technische Fusion abgeschlossen. „Wir werden nun Gas geben. Der neu konstituierte Aufsichtsrat und der Vorstand schreiten Seit an Seit in die gleiche Richtung“, sagt Vorstandssprecher Hans-Peter Weber. Und er zieht eine bislang positive Bilanz des Transformationsprozesses.

Weber bezeichnet das Projekt der Verschmelzung der beiden Genossenschaftsbanken VR-Bank Aalen und Volksbank Schwäbisch Gmünd als „gigantisch“. Rund 500 000 Euro einmalige Kosten würden dabei anfallen. „Die Umstellungen der letzten Tage sind relativ ruhig über die Bühne gegangen, Beschwerden seitens der Kunden hielten sich in Grenzen. Nachfragen wurden erfasst, um eventuell im Kommunikationsprozess einiger Details nachsteuern zu können“, erläutert er.

Am vergangenen Freitag sei die technische Zusammenführung beider Banksysteme gestartet worden. „Seit dem 24. Juli nutzen alle Mitarbeiter gleiche Programme und in allen Geschäftsstellen werden die gleichen Produkte vertrieben“, sagt Weber. Am vergangenen Samstag haben alle Abteilungen dann nach Fehlern bei der Umstellung in ihren Bereichen gesucht – gegen Spätnachmittag waren alle Ungereimtheiten beseitigt. „Sechs Monate Vorlauf haben sich für das Projekt, an dem rund 50 Mitarbeiter eingebunden waren, bezahlt gemacht. Als von allen Abteilungen das Okay kam, waren wir aber erleichtert“, sagt Weber weiter.

Für die rund 70 000 Kunden der früheren VR-Bank Aalen hat sich nichts wesentliches geändert, wohl aber bei den 30 000 Kunden der früheren Volksbank Gmünd. Sie erhielten neue Konto- und IBAN-Nummern, ihre Online-Banking-Zugänge wurden an das System der VR-Bank Aalen angepasst. „Und sie erhalten in nächster Zeit neue EC- und Kreditkarten“, betont Hans-Peter Weber.

Für rund 50 der knapp 400 Mitarbeiter ändert sich nun auch die Arbeitsstelle: Um die 30 Mitarbeiter müssten aus Aalen künftig nach Gmünd zum Arbeiten, umgekehrt sind es 20 Gmünder, die nach Aalen pendeln. „Wir übernehmen für drei Jahre die Fahrtkosten“, sagt Weber. Er bezeichnet die Einschnitte diesbezüglich als „relativ moderat“.

Zuschnitt der Ressorts

Hans- Peter Weber umriss die Vorstandsressorts. Er selbst werde sich als Sprecher des Vorstands bis zu seinem Ausscheiden Ende 2018 um die Unternehmensentwicklung mit den Bereichen Personal und Vertriebsmanagement mit Marketing, Vertriebssteuerung und den Produkten der Bank sowie die Beziehung zum Genossenschaftsverband beschäftigen. Ralf Baumbusch kümmert sich künftig um das Filial- und Immobiliengeschäft sowie die Baufinanzierung.

Die Fusion ist ein gigantisches Projekt.

Hans-Peter Weber
Vorstandssprecher VR-Bank Ostalb

Guntram Leibinger übernimmt die Firmenkunden sowie vermögende Privatkunden als einer der Stellvertreter Webers. Kurt Abele, ebenfalls Stellvertreter Webers, verantwortet die Gesamtbanksteuerung, das Rechnungswesen, die IT und Organisation. Diese vier Vorstände haben standardmäßig ihre Büros in Aalen. Bei Bedarf werden sie tageweise in Schwäbisch Gmünd ihre Zelte aufschlagen.

Olaf Hepfer wird weiterhin in Gmünd arbeiten. Er verantwortet die Bereiche Produktion (Kredit- und Einlagenbearbeitung), Rechtsfragen und das Beauftragtenwesen. Alle Abteilungen und Bereiche seien durchforstet worden, um innerhalb der bewährten Struktur Neuordnungen vorzunehmen, sagt Weber.

Geschäfte entwickeln sich gut

Im ersten Halbjahr ist die neukonstituierte VR-Bank Ostalb mit ihren Zahlen zufrieden. Sowohl im Einlagenbereich wie auch bei der Kreditvergabe liege das Wachstum bis Jahresmitte sowohl in Gmünd wie auch in Aalen um zwei Prozent über dem Vorjahresniveau. „Daraus ergibt sich ein Zinsüberschuss, der auf Planniveau und leicht unter dem Vorjahr liegt. Bei den Provisionserlösen bewegen wir uns ebenfalls im Plan ungefähr auf Vorjahresniveau“, ließ sich Weber in die Karten schauen. Die Kostenseite habe die neu formierte Bank im Griff: „Da sind wir trotz der Einmaleffekte gut unterwegs.“

Nach der vollzogenen Fusion steht bereits im Herbst das nächste Großprojekt an: das Beziehen der neuen Aalener Hauptstelle am zweiten November-Wochenende. „Unter den Veränderungen darf aber die Marktbearbeitung nicht leiden“, gibt Weber als Ziel aus.

Und 2018 fällt wahrscheinlich im ersten Halbjahr die Entscheidung darüber, wer Webers Nachfolger als Vorstandssprecher wird. Nach heutigem Stand soll nach dem Jahr 2018 ein vierköpfiger Vorstand erhalten bleiben.

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© Wirtschaft Regional 26.07.2017 14:16
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