Schock! SHW CT erneut insolvent

Ältestes Industrieunternehmen ist nach 2013 wieder zahlungsunfähig und hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Der Schock bei den rund 300 Beschäftigten der SHW Casting Technologies sowie der Öffentlichkeit an den beiden Firmenstandorten Wasseralfingen und Königsbronn sitzt tief.

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    Die Gießereien von SHW CT stehen vor einer ungewissen Zukunft
Aalen-Wasseralfingen. Nach der Insolvenz vom April 2013 und der über zwei Jahre währenden Suche nach einem Käufer ist das Traditionsunternehmen nach etwas mehr als zwei Jahren im Besitz von Markus Hüter erneut zahlungsunfähig. Der Geschäftsführer des Gießereiunternehmens, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1365 zurückgehen, hat am Dienstag um 10 Uhr beim Amtsgericht Aalen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt.

Geschäftsführer Hüter sieht in der Entscheidung eine Möglichkeit, das Unternehmen zu retten. „In der Eigenverwaltung liegt die Chance, das traditionsreiche Unternehmen wieder zukunftsfähig aufzustellen. Die SHW Casting Technologies verfügt über gut gefüllte Auftragsbücher. Die Aussichten für eine Sanierung sind daher gut“, erläuterte er in einer ersten Reaktion. „Alle Aufträge werden wie geplant durchgeführt. Unsere Kunden und Geschäftspartner können weiterhin auf die gewohnt hohe Qualität unserer Produkte vertrauen.“

Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht Prof. Dr. Martin Hörmann von anchor Rechtsanwälte. Unterstützt wird die Gruppe von der Restrukturierungsgesellschaft PLUTA. Marcus Katholing von der PLUTA Management GmbH wird Sanierungsgeschäftsführer bei SHW Casting Technologies. Und auch die Belegschaft an beiden Standorten wurde in Mitarbeiterversammlungen über die finanziell schlechte Lage des Unternehmens informiert. In beiden Fabriken arbeiten aktuell 330 Mitarbeiter.

Die SHW Casting Technologies entstand aus den Schwäbischen Hüttenwerken, deren Ursprung bis ins Jahr 1365 zurückreicht. In den zwei Werken in Wasseralfingen und Königsbronn fertigt SHW Casting Technologies heute Motorengehäuse sowie Walzen und weitere Gussteile sowie Komponenten für die Energieerzeugung.

Zeitgleich stellten neben den beiden SHW Casting Technologies Gesellschaften auch die zur Gruppe gehörende Holding, die CT Beteiligung GmbH & Co. KG, sowie die Machining Technologies GmbH & Co. KG Werk Königsbronn Anträge auf Eigenverwaltung. Letztere bearbeitet die gefertigten Gussteile für die Weiterverarbeitung. (sk)

Diese Meldung wird ständig aktualisiert. Einen ausführlichen Bericht über Insolvenz sowie deren Hintergründe von SHW CT lesen Sie in der morgigen, gedruckten Ausgabe von Schwäbischer Post und Gmünder Tagespost.

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© Wirtschaft Regional 25.07.2017 16:13
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