„Globales Denken ist ein Muss!“

Maschinenbau-Forum Wirtschaft Regional beleuchtet in Kooperation mit WiRO, IHK, Hochschule Aalen und Südwestmetall die Gefahren weltpolitischer Unsicherheiten für Firmen der Branche.
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    „Schaut, was der regionale Maschinenbau zu leisten vermag“, scheinen die Protagonisten des Forums zu sagen (v.li.): Christian Hühn, Anton Müller, Dr. Dietrich Birk, Jobst Görne, Robert Schwarz, Normann Mürdter, Florian Maier, Arndt Borgmeier und Markus Kimpel. (Fotos: opo)
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    Dr. Dietrich Birk (unt.) gab dem Publikum einen Überblick.

Aalen-Wasseralfingen

Beim ersten Maschinenbau-Forum Ostwürttemberg zeigten am Donnerstagabend fünf Firmenchefs den knapp 150 Besuchern auf, wie sie bei der Globalisierung ihrer Geschäfte auf politische Veränderungen und Unwägbarkeiten reagieren. Bei einer Exportquote der Betriebe größtenteils jenseits der 50 Prozent-Marke ein wichtiges Kriterium, das über den Erfolg des Unternehmens entscheidet. Von der Monatszeitung Wirtschaft Regional initiiert, wurde das Forum in den Hallen der SHW Werkzeugmaschinen GmbH durch einen Vortrag von Dr. Dietrich Birk, Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg, gestartet. Beiträge der Professoren der Hochschule Aalen, Prof. Dr. Arndt Borgmeier und Prof. Dr. Jobst Görne bezogen die wissenschaftliche Seite in die Veranstaltung mit ein.

Dietrich Birk beschwor den inneren Kompass, mit dem die Branche durch unruhige politische Zeiten navigiere, um weiter die Nase in den globalen Märkten vorn zu haben. Aus starker wirtschaftlicher Position gehe der Maschinenbau die Herausforderungen an. „Globales Handeln und Denken ist für uns ein Muss“, sagt Birk. Kooperationen zwischen Industrie und Forschung, Innovationsstärke der kleinen und mittelständischen Betriebe gepaart mit hoch motivierten Mitarbeitern seien der Garant für künftiges Bestehen auf den Weltmärkten. „Wir müssen mit Trump über emotionale Themen sprechen“, sagt Birk.

Er hatte zuvor den Konjunkturverlauf im Maschinenbau weltweit beleuchtet. Geopolitische Spannungen, protektionistische Maßnahmen, autoritäre Strömungen, staatliche Stützungsvorhaben, EU-Krise: Diese Begriffe verband Birk mit den Märkten Naher Osten, Nordkorea, USA, Russland, der Türkei, China, Großbritannien sowie den „Südstaaten der EU“.

Über einige dieser Märkte im Brennpunkt haben die fünf Firmenlenker unter Moderation von Wirtschaft Regional-Chefredakteur Robert Schwarz berichtet. Gastgeber Christian Hühn und Anton Müller, beide geschäftsführende Gesellschafter von Werkzeugmaschinenbauer SHW WM, zeigten ihre Bemühungen in China und der Türkei auf. In China besitzt SHW WM eine Niederlassung in Jiashan. Hühn beleuchtet die politischen Rahmenbedingungen im Land der Mitte. „Der Schuldenstand ist enorm, die spielen Monopoly im Großen!“

Anton Müller setzt den Brennpunkt auf den Bosporus: „SHW WM hat in der Türkei große Chancen.“ Das Finanzieren neuer Maschinen sei ein Problem: In der Türkei seien die Zinsen mit zwölf Prozemt extrem hoch – aus Deutschland könne derzeit keine Finanzierung erfolgen.

China ist eine Planwirtschaft – und Pläne werden dort erfüllt.

Christian Hühn
Geschäftsführer SHW WM GmbH

Wie sich die Mutlanger Mürdter-Gruppe als Werkzeug- und Formenbauer sowie Metall- und Kunststoffverarbeiter im tschechischen Markt positioniert hat, erläutert Normann Mürdter, geschäftsführender Gesellschafter.

Mehr Mitarbeiter im Ausland

„Seit 2010 beschäftigen wir im Ausland mehr Mitarbeiter als in Deutschland. Trotz des Rückgangs hier konnte die Firmengröße stabil gehalten werden“, veranschaulicht Mürdter.

Markus Kimpel, Geschäftsführer bei den Alfing-Firmen AKS und AMT, sowie Florian Maier, geschäftsführender Gesellschafter der Heidenheimer Christian Maier GmbH, thematisierten den US-amerikanischen Markt. Sie verrieten die Erfolgsrezepte der langjährigen Präsenz beider Firmen. Von der amerikanischen Niederlassung in Plymouth aus beackere AKS und AMT auch den mexikanischen Markt. Florian Maiers Firma ist seit 32 Jahren in den USA vertreten. Das Erfolgsrezept der stark wachsenden Unternehmung dort: Onkel und Tante kümmern sich um das Business.

Den analytischen Part übernahmen die beiden Professoren. Jobst Görne hob auf die Erfolgsaspekte der regionalen Akteure im Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau ab. Arndt Borgmeier sprach von fünf Chancen. Für die Branche sei beispielsweise das Entwickeln eines systematischen Service Engineerings, das die Belange der Kunden zum richtigen Zeitpunkt aufgreifen.

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© Wirtschaft Regional 18.05.2017 21:46
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