Bunte Vielfalt im digitalen Umfeld

Hannover Messe Firmen aus der Region beweisen einem großen internationalen Publikum ihre Leistungsfähigkeit. Sie beweisen, dass nicht nur digitale Themen bespielt werden.
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    Patrick Schaller (l.), Christoph Bieg von Prototechnik (li.). Franke-Mitarbeiter Michael Bärstecher (Mi.) mit Leichtbau-Lager, Holger Tetzler und Werner Kurtz (re. oben v.l.) zeigen Gaugler & Lutz-Werkstoffe, 3D-Druck-Teile der Hochschule Aalen (re. unten). Fotos: sk
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Hannover

Den Nutzen der Digitalisierung erlebbar machen. Mit diesem Anspruch ist die Hannover Messe angetreten. Die weltweit wichtigste Industriemesse boomt. Intelligente Roboter, lernfähige Maschinen und vernetzte Energiesysteme sorgten für ein kräftiges Besucherplus. Von den 225 000 Besuchern kamen mehr als 75 000 aus dem Ausland. Mehr Besucher, mehr Internationalität, mehr Lösungen – die Hannover Messe hat ihren Anspruch als Treffpunkt der Entscheider gestärkt. Aus der Region waren 13 Firmen direkt, an Gemeinschaftsständen oder bei Partnern am Stand vertreten. Das Urteil über das große Schaufenster fällt bei diesen Firmen überwiegend positiv aus.

Alle an der Digitalisierung der Industrie beteiligten Branchen zeigten Lösungen für die aktuell wichtigste Frage der Industrie: Wie mache ich mein Unternehmen fit für die digitale Zukunft? Rund 500 Anwendungen machten auf dem Messegelände deutlich, welchen Nutzen die Digitalisierung bringt.

Vier Vertreter der Industrie, Forschung und Lehre aus der Region waren an Gemeinschaftsständen dabei. Die Hochschule Aalen stellte in Halle 2 am Baden-Württemberg-Stand aus. Diese Halle war den Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Ministerien sowie Verbänden, Clustern und Länderauftritten vorbehalten. „Wir zeigen unser Know-how bei der additiven Fertigung“, sagte David Kolb, Masterstudent an der Hochschule. Additiv aus Polymeren und Metallen hergestellte Teile waren in einer Vitrine zu bestaunen. Die Technische Akademie (TA) Schwäbisch Gmünd war am Stand von e-mobil BW vertreten, an dem auch Winfried Kretschmann sowie Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut Lasten-E-Bikes in Augenschein nahmen. „Die Präsenz am gut organisierten Stand hat sich bewährt“, sagte Bernd Herrig, TA-Datenschutzbeauftragter.

Die Ebnater Gaugler & Lutz oHG sowie die Gmünder Prototechnik GmbH waren wie im Vorjahr am Gemeinschaftsstand Leichtbau BW ansässig. Holger Tetzler und Werner Kurtz zeigten Anwendungsfälle für das innovative Multi-Shape-Verfahren sowie alle Leichtbauwerkstoffe, die von Gaugler & Lutz konfektioniert werden. „Die Resonanz war besser als 2016. Nächstes Jahr wollen wir einen Eckstand mieten“, sagte Tetzler. Christoph Bieg, Entwickler bei Prototechnik, zeigte auch Teile, die mit dem neuen Innenhochdruck-Umformverfahren hergestellt werden – ein weiteres Standbein des Prototypen- und Kleinserienherstellers für Abgasanlagen.

Die Schwäbisch Gmünder Umicore Galvanotechnik hingegen wird ihren Auftritt bei der Hannover Messe überdenken. Der Oberflächentechnik-Bereich sei rückläufig, die Resonanz bei den Besuchern eher verhalten. „Die Hannover Messe bringt keine Masse von Fachbesuchern an unseren Stand unter dem Dach des Zentralverbands Oberflächentechnik (ZVO)“, sagte Markus Legeler. Thema des Auftritts seien nickelfreie Beschichtungen gewesen – bei dekorativen Anwendungen und Schmuck.

Es gab auch eine Messepremiere für Firmen der Region: Die Gmünder Ingenieurgesellschaft Hetzel hatte einen viel beachteten Eckstand reserviert. Das Planungsbüro konzipiert deutschlandweit Lösungen in der Technischen Gebäudeausrüstung mit 50 Mitarbeitern an den Standorten Gmünd und Stuttgart. „Wir sind seit 20 Jahren am Markt und haben 1400 Projekte gestemmt“, sagte Carsten Egeler. Am Mittwoch und Donnerstag seien sehr starke Tage gewesen. „Wir wollten uns vielen Kunden wie Bosch, ZF, Kuka oder Festo hier zeigen.“

Gut besucht waren die Stände der Aalener Franke GmbH, der Ellwanger Inneo SolutionsGmbH und der Lorcher Bansbach Easylift GmbH. Michael Bärstecher zeigte am Franke-Stand ein 3D-Druck-Leichtbaulager, das in einem Rettungshubschrauber verbaut werde und eine Gewichtsreduktion von 40 Prozent erreiche. Der Anteil der internationalen Kunden bezifferte er auf 60 Prozent. „Fachgespräche stehen hier in Hannover nicht im Fokus. Infos und Präsentation der Produkte stehen im Vordergrund“, sagte Bärstecher. Inneo hatte einen sehr großen Messestand, an dem die Softwarelösungen präsentiert wurden. Standleiter Thomas Inhofer hatte auch noch am Freitag fast pausenlos in Kundengesprächen. Bei Bansbach stellte Vertriebsmitarbeiter Alex Schleining die neue, elektrisch ansteuerbare Produktlinie „Easy E-Line“ vor. „Die Produktlinie wird hier erstmals gezeigt“, sagte er.

Die Aalener Gebr. Rieger GmbH war mit ihrer Leichtmetall-Gusssparte vertreten. Sie warb mit modernsten Fertigungsanlagen für den Serienguss sowie mit Gussanwendungen mit hohem Schwierigkeitsgrad und dem Erstellen von Prototypen. Abgerundet hat der Präzisionswerkzeughersteller Mapal den Auftritt der regionalen Firmen. Das Unternehmen war gleich an zwei Ständen von Partnern als Mitaussteller dabei.

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© Wirtschaft Regional 02.05.2017 19:38
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