Wirksame Maßnahmen finden

Fachtagung Experten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements sprechen über Wirksamkeit der Maßnahmen in Betrieben. 250 Besucher diskutieren über neue Ansätze.
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    Referierten bei der Tagung zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement vor 250 Gästen in Aalen (v.li.): Kai Schweppe, Cassandra Lüder, Dr. Thomas Bösch, Dr. Stefan Frädrich, Franziska Dyckmans, Dr. Klaus Kimpel, Prof. Dr. Kerstin Rieder, Prof. Dr. Dieter Ahrens, Johannes Egerer, Markus Schropp, Jörn P. Makko, Martina Lutz, Dr. Fabian Krapf und Prof. Dr. Filip Mess. Foto: Südwestmetall

Aalen

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) gewinnt an Bedeutung in den Unternehmen: „Viele Firmen engagieren sich in betrieblicher Gesundheitsförderung, damit ihre Mitarbeiter länger fit und gesund bleiben und bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze im Betrieb bleiben können“, sagte der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Ostwürttemberg von Südwestmetall, Jörn P. Makko bei der sechsten Auflage der Tagung Betriebliches Gesundheitsmanagement in Aalen. Dies sei für die Unternehmen insbesondere vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung, der Verlängerung der Lebensarbeitszeit und des zunehmend schwerer zu deckenden Fachkräftebedarfs wichtig, betonte der Arbeitgebervertreter weiter. Die Tagung habe sich längst etabliert, der Zuspruch sei enorm – es gebe sogar eine Warteliste bei der Anmeldung, sagte Makko weiter.

BGM müsse für den Betrieb aber freiwillig bleiben, denn dieser könne am besten entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll und vor allem auch welche Anreize für ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Beschäftigten effektiv seien, sagte Makko. „Gestaltungsspielräume und Flexibilität auf betrieblicher Ebene müssen unbedingt gewahrt bleiben.“

Rund 250 Vertreter aus Wissenschaft, Betrieben, Verbänden, Ministerien und Behörden befassten sich an diesem Dienstag schwerpunktmäßig damit, wie man die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von BGM besser erfassen kann. Die Fachtagung, die der Arbeitgeberverband Südwestmetall einmal im Jahr gemeinsam mit der Hochschule Aalen veranstaltet, hat sich inzwischen zu einem wichtigen landesweit beachtetem Forum für BGM-Experten entwickelt.

Prof. Dr. Dieter Ahrens vom Studienbereich Gesundheitsmanagement der Hochschule Aalen hat in einer breit angelegten Studienauswertung die Wirksamkeit verschiedener betrieblicher gesundheitsfördernder Maßnahmen untersucht.

Kurse zum Stressmanagement sind sehr wirksam.

Prof. Dr. Dieter Ahrens
Hochschule Aalen

Wirksamkeit von BGM im Blick

„Sehr gute Ergebnisse wiesen beispielsweise verschiedene Stressmanagement-Interventionen, Angebote zur Steigerung der körperlichen Aktivität, Raucherentwöhnungsprogramme, ergonomische Maßnahmen zur Körperhaltung sowie generelle partizipative Arbeitsreorganisations-Maßnahmen wie beispielsweise betriebliche Gesundheitszirkel auf“, erklärte er.

Prof. Dr. Filip Mess von der Technischen Universität München (Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung, IFBG) empfahl, bei der Wirksamkeitsprüfung von BGM auf einen Mix aus harten Daten (Arbeitsunfähigkeitstage, Unfallzahlen und andere Daten) und weichen Fakten (Zufriedenheit, Motivation, Wohlbefinden) zu setzen. Mit diesem „Mixed-Methods-Ansatz“ erhielte man das Fundament für ein effektives und sinnvolles BGM-Kennzahlensystem im Unternehmen, so der Experte weiter. Dr. Fabian Krapf von der Universität Konstanz (IFBG) prognostizierte, dass das BGM zukünftig zielgruppenspezifischer, persönlicher und unter stärkerer Berücksichtigung kultureller Unterschiede gestaltet werden wird. Darüber hinaus werde es wichtiger werden, auch den digitalen Fortschritt im Gesundheitsmarkt bei der Umsetzung von BGM-Maßnahmen sinnvoll zu nutzen.

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© Wirtschaft Regional 27.04.2017 17:53
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