Netzwerken „made in Aalen“

Cluster-Woche Das am Aalener Inno-Z angesiedelte Netzwerk Photonics BW beteiligt sich an der bundesweiten Aktion. Die Region Ostwürttemberg ist im Land eine Hochburg der optischen Industrie.
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    Joachim Mannhardt (li.), Mitgründer und Geschäftsführer des Start-ups Blue Ocean Nova mit Sitz im Inno-Z Aalen, präsentiert dem Team von Photonics BW seinen neuen optischen Sensor „Triton“. Im Bild von rechts: Johannes Verst, Eva Kerwien, Photonics BW-Geschäftsführer Dr. Andreas Ehrhardt und Heike Mall. Foto: Photonics BW

Aalen

Erstmalig wird auf Initiative des baden-württembergischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in der Zeit vom 20. bis 28. April eine bundesweite „Cluster-Woche“ veranstaltet. Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, und die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, haben dazu die Schirmherrschaft übernommen. Mit der „Cluster-Woche“ soll die Vielfalt und Stärke der bestehenden Cluster und Netzwerke dargestellt werden.

Photonics BW, das in Aalen beheimatete Innovationsnetz für die Optischen Technologien in Baden-Württemberg, beteiligt sich mit zwei Veranstaltungen an der Cluster-Woche: einem Treffen des „Women in Photonics“-Netzwerks am kommenden Dienstag, 25. April und einem „Innovation Lab“ zur Lasertechnik am kommenden Mittwoch, 26. April. Die Optischen Technologien, auch als Photonik bezeichnet, beschäftigen sich mit der technischen Beherrschung von Licht in jeder Form.

Die sich rasant entwickelnde Querschnittstechnologie „Photonik“ verbindet unterschiedlichste Bereiche wie Lasertechnik, Medizintechnik, technische Optik, Optoelektronik, Bildverarbeitung, Feinmechanik, Informationstechnologie und Mikroelektronik.

Bekannte Anwendungen und Produkte der Photonik sind beispielsweise die Verbesserung der Sehkraft durch Korrektur der Hornhaut mithilfe eines Lasers, aber natürlich auch Foto-Objektive und Kameras, von der Kamera für Kinofilme bis zum Handy oder auch Laser-Abstandssensoren für Autos. „Eine aktuelle Photonik-Entwicklung für mehr Sicherheit und Komfort im Straßenverkehr ist ein adaptiver LED-Scheinwerfer, der sich der Fahrsituation anpasst“, erklärt Dr. Andreas Ehrhardt, Geschäftsführer des Clusternetzwerks Photonics BW.

18 Prozent unserer Mitglieder kommen aus dem Ostalbkreis.

Dr. Andreas Ehrhardt
Geschäftsführer Photonics BW

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten LED-Scheinwerfer-Projekt waren neben Herstellern von LED und Scheinwerfern auch das Fraunhofer-IAF sowie die Daimler AG aus Baden-Württemberg beteiligt, die beide Mitglied im Innovationsnetzwerk Photonics BW Mitglied sind. Photonics BW vereint über 70 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, der Sitz der Geschäftsstelle ist seit 2015 am Innovationszentrum der Hochschule in Aalen. „Rund 18 Prozent der Mitglieder des Netzwerks sind im Ostalbkreis ansässig“, sagt Andreas Ehrhardt. Eines davon ist das im Aalener Inno-Z ansässige Start-up Blue Ocean Nova. Das 2015 gegründete Unternehmen hat einen neuen optischen Sensor namens „Triton“ entwickelt. Mit Hilfe solcher Sensoren können Prozesse präzise überwacht und in Echtzeit geregelt werden. Dies ermöglicht eine Qualitätsüberwachung beispielsweise in der Lebensmittelproduktion, Petrochemie oder der Pharmazie.

Das Netzwerk fördert seit seiner Gründung im Jahr 2000 die Photonik in Forschung, Entwicklung und Anwendung sowie in der Aus- und Weiterbildung und Nachwuchsförderung zum Erhalt und zur Stärkung des führenden Photonik-Standorts Baden-Württemberg. Hierzu organisiert das Team Andreas Ehrhardt Weiterbildungsseminare, Messe-Gemeinschaftsstände und Fachveranstaltungen, betreut Forschungsprojekte und bietet Mitgliedern Unterstützung für den Ausbau ihrer Innovationskultur. Für überregionale und internationale Aktivitäten hat sich das Netzwerk mit Partnernetzen aus ganz Deutschland im Dachverband OptecNet Deutschland e.V. zusammengeschlossen.

Kontakt zu Photonics BW:
Dr. Andreas Ehrhardt
Tel. (0 73 61) 6 33 9 09-0
www.photonicsbw.de

Wissenswertes zur Optischen Industrie

Die Bedeutung der optischen Industrie ist enorm hoch. Mehr als 130 000 Menschen arbeiten aktuell in der Photonik-Branche in Deutschland. Deutsche Unternehmen wie die Oberkochener Carl Zeiss AG, sind Weltmarktführer in zahlreichen Marktbereichen wie der Lasertechnik, optischen Messtechnik, Mikroskopie sowie Beleuchtung und Bildgebung.

Der Umsatz der deutschen Unternehmen im Bereich der Optischen Technologien betrug im Jahr 2012 insgesamt 27,9 Milliarden Euro, mit durchschnittlichen Wachstumsraten von acht Prozent pro Jahr.

In Europa nimmt die deutsche Photonik-Branche mit einem Anteil von 45 Prozent eine bedeutende Position ein. Baden-Württemberg mit 6,5 Milliarden Euro Umsatz (2011) ist der führende Photonik-Standort in Deutschland. sk

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© Wirtschaft Regional 20.04.2017 14:13
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