Billhardt verlässt Scholz

Management Überraschender Abschied von Transformations-Geschäftsführer Martin Billhardt zum 30. April 2017. Es soll keinen Nachfolger geben.
  • 2b2e638d-88bf-40c4-8d79-3238f7efb836.jpg
    Scheidet aus: Martin Billhardt. Foto: ar
  • d0096cfe-7cfe-404a-b9fa-9cb179a1300a.jpg
    Verklagt CTG: Ex-CEO Oliver Scholz. Foto: ar
  • e3a739f1-c59a-40eb-933f-b8cf9ecb9aa8.jpg
    Die Scholz Recycling-Zentrale in Essingen: Übergang zu Chiho Tiande Group abgeschlossen. Foto: arc

Essingen

Für viele Mitarbeiter kam am Mittwoch die Mitteilung überraschend, in der Branche wurde darüber aber schon seit einiger Zeit spekuliert: Martin Billhardt verlässt zum 30. April die Geschäftsführung der Essinger Scholz Recycling GmbH, die wie berichtet nach der Sanierung im vollständigen Besitz der Chiho-Tiande Group (CTG) ist. Ob es für Billhardt einen Nachfolger gibt ist noch offen.

„Eine Neubesetzung der Position eines Chief Transformation Officer ist nicht erforderlich“, sagte Henry Qin, der Co-Geschäftsführungsvorsitzender des Schrott-Recyclers. Der Transformations- und Veräußerungsprozess der Scholz-Gruppe an CTG sei weitgehend abgeschlossen, die Geschäftsentwicklung sei positiv, weil sich der Markt aus dem jahrelangen Tief wieder erhole. „Billhardt hat zum reibungslosen Übergang beigetragen. Mit seiner Persönlichkeit und seinen Teamgeist hat er die richtigen Weichen gestellt, um Scholz wieder auf den Weg zu profitablem Wachstum zu führen“, lobte Henry Qin den scheidenden Geschäftsführer.

Dass Billhardt lediglich einen bis zum 30. April 2017 datierten Servicevertrag hatte, war bislang nicht bekannt. Noch vor wenigen Wochen war er sogar von Fachmedien als Nachfolger von Oliver Scholz gehandelt worden. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Scholz Holding war zunächst wie Qin Co-CEO der neuen Gesellschaft, ehe ihm im Januar diesen Jahres von den Chinesen gekündigt wurde. Martin Billhardt werde bis Monatsende noch ausstehende Aufgaben, so heißt es in einer Mitteilung, an seine Kollegen in der Geschäftsführung übergeben. Das sind Co-CEO Henry Qin, der seit Juni 2016 Vice-pressident und Executive Director des Vorstands von CTG ist, Dipl.-Kaufmann Jochen Fischer als Finanzchef (CFO) und Kai Lohmann als Produktionschef (COO), nachdem er zuvor Berater von CTG im Übernahmeprozess von Scholz war. Die Geschäftsführung des deutschen Managements wird ergänzt durch die Prokuristen Dr. Gerd Hähne und Alfred Thönes.

Eine Neubesetzung ist nicht erforderlich!

Henry Qin, CO-CEO Scholz Recycling

Martin Billhardt verlor, ehe er zu Scholz kam, bei der PNE Wind AG einen Machtkampf, der in den Medien für Schlagzeilen sorgte. Der frühere Vorstandschef des Windkraftspezialisten hatte sich mit Großaktionär Volker Friedrichsen auseinandergesetzt, obwohl Billhardt durch die Ausrichtung auf Entwicklung und Service von Windpark-Projekten den Turnaround der AG schaffte. Es ging um gegenseitige Vorwürfe des Betrugs und der Verschwendung. Bei einer turbulenten Hauptversammlung im September 2015 stellte Billhardt sein Vorstandsmandat zur Verfügung, Dietrich Kuprian gab den Aufsichtsratsvorsitz ab.

Wie berichtet, hat Oliver Scholz gegen seine fristlose Kündigung geklagt, die Verhandlung soll demnächst vor dem Landgericht Ellwangen stattfinden. Ob es auch im Kündigungsfall des Beratervertrages von Berndt-Ulrich Scholz zu einem Gerichtstermin kommt, ist offen. Mit dem Ex-Chef des früheren Familienunternehmens bahnt sich eine außergerichtliche Einigung an.

zurück
© Wirtschaft Regional 19.04.2017 22:17
Ist dieser Artikel lesenswert?
433 Leser
nach oben