Bei Bosch AS wird es ernst

Standortsicherung Am Mittwoch und Donnerstag entscheidende Verhandlungen über Stellenabbau. Kundgebung am Mittwoch mit OB Richard Arnold.
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    Auch am Mittwoch werden die Bosch AS-Beschäftigten gegen die Stellenabbau-Pläne der Arbeitgeber protestieren. Foto: -wh-
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    Bosch AS- Geschäftsführer Christian Sobottka
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    IG Metall-Bevollmächtigter Roland Hamm

Schwäbisch Gmünd.

In der Woche nach Ostern fallen bei der Robert Bosch Automotive Steering GmbH (AS) wichtige Entscheidungen über die Zukunftssicherung von Arbeitsplätzen. Wie berichtet, hat die Geschäftsleitung des größten Gmünder Arbeitgebers angekündigt, bis 2020 mindestens 760 Stellen in der Produktion sozialverträglich abzubauen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Werks zu stärken. Gleichzeitig müssten die Produktionskosten je Lenkung um 100 Euro gesenkt werden, davon hätten die Beschäftigten 18 Euro zu tragen. In den bisherigen Verhandlungen, davon die letzte in Aalen, kam es nur zu einer kleinen Annäherung der Positionen. So besteht über die Notwendigkeit der Kostensenkungen zwar Einigkeit, nicht aber über die Höhe des Beitrags der Arbeitnehmer. Betriebsrat und IG Metall bezweifeln auch, dass der geforderte Personalabbau ohne Kündigungen zu realisieren sei.

Am 19. und 20. April soll bei den nächsten Gesprächen, zu denen auch Bosch AS-Chef Christian Sobottka (diesmal wieder in der B26-Manufaktur in Gmünd) erwartet wird, der Durchbruch gelingen. Die Verhandlungsdelegationen stehen unter Zeitdruck: Bis Ende April will die Werksleitung entscheiden, ob sie große Aufträge von Daimler und VW an den Standort Gmünd oder nach Maklar in Ungarn vergibt.

Um ihrem Standpunkt Nachdruck zu verleihen, haben die IG Metall mit dem Bevollmächtigten Roland Hamm an der Spitze, der Betriebsrat mit seinem Vorsitzenden Harald Brenner und die Vertrauensleute der IG Metall die Beschäftigten für Mittwoch, 19. April, ab 9.30 Uhr zu einer Protestkundgebung vor dem Haupttor der Bosch AS im Schießtal aufgerufen. Auch Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold hat seine Teilnahme zugesagt und wird zu den Beschäftigten sprechen. Die Beschäftigten er Spätschicht wurden zu einer weiteren Kundgebung aufgerufen. Diese beginnt am Mittwoch um 18.30 Uhr auf dem Gelände der B26-Manufaktur, in der verhandelt wird. Dabei soll über die bislang vorliegenden Ergebnisse der Gespräche informiert werden.

Harald Brenner und Roland Hamm erklärten, es liege nun in der Verantwortung der Arbeitgeberseite, endlich auf die Vorschläge des Betriebsrates und der IG Metall einzugehen. Bisher hätten sie Arbeitgeber lediglich über den Geldbeutel der Beschäftigten die Verhandlungen wollen, ohne aber deren Expertenwissen, wie Kosten effektiv gesenkt werden könnten, zu berücksichtigen.

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© Wirtschaft Regional 15.04.2017 09:30
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