Netzwerk "Made in Aalen"

Auch Photonics BW beteiligt sich an der Woche des Netzwerkens

Erstmalig wird auf Initiative des baden-württembergischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in der Zeit vom 20. bis 28. April 2017 eine bundesweite „Cluster-Woche“ veranstaltet.

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    Bild (v.l.n.r.): Joachim Mannhardt, Heike Mall, Dr. Andreas Ehrhardt, Eva Kerwien, Johannes Verst
 Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Brigitte Zypries und die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka haben dafür die Schirmherrschaft übernommen. Mit der „Cluster-Woche“ soll die Vielfalt und Stärke der deutschen Cluster und Netzwerke öffentlichkeitswirksam dargestellt werden. In Clustern und Netzwerken tauschen sich Unternehmen und Institutionen verwandter Branchen und Technologien zu aktuellen Themen aus. Zudem finden sie hier potenzielle Kooperationspartner für Innovationen.


Auch Photonics BW, das Innovationsnetz für die Optischen Technologien in Baden-Württemberg, beteiligt sich mit zwei Veranstaltungen an der Cluster-Woche: einem Treffen des „Women in Photonics“ Netzwerks am 25. April und einem „Innovation Lab“ zur Lasertechnik am 26. April.
Die Optischen Technologien, auch als Photonik bezeichnet, beschäftigen sich mit der technischen Beherrschung von Licht in jeder Form. Im Mittelpunkt stehen die Verfahren und Technologien zur Erzeugung, Kontrolle und Messung von Lichtteilchen, den Photonen.


Um das Medium „Licht“ ist längst ein Hochtechnologiezweig entstanden. Mehr als 130 000 Menschen arbeiten aktuell in der Photonik-Branche in Deutschland. Deutsche Unternehmen sind Weltmarktführer in zahlreichen Marktbereichen wie der Lasertechnik, optischen Messtechnik, Mikroskopie sowie Beleuchtung und Bildgebung. Der Umsatz der deutschen Unternehmen im Bereich der Optischen Technologien betrug im Jahr 2012 insgesamt 27,9 Mrd. Euro, mit durchschnittlichen Wachstumsraten von ca. 8% pro Jahr. In Europa nimmt die deutsche Photonik-Branche mit einem Anteil von ca. 45 % eine bedeutende Position ein. Baden-Württemberg mit 6,5 Mrd. Euro Umsatz (2011) ist wiederum der führende Photonik-Standort in Deutschland.


Die sich rasant entwickelnde Querschnittstechnologie „Photonik“ verbindet unterschiedlichste Bereiche wie Lasertechnik, Medizintechnik, technische Optik, Optoelektronik, Bildverarbeitung, Feinmechanik, Informationstechnologie und Mikroelektronik. In der Kombination mit verschiedensten Anwendungsfeldern liefert sie entscheidende Impulse für eine effiziente Produktion, für energiesparende Beleuchtung sowie für eine bessere medizinische Diagnose und Therapie.


Bekannte Anwendungen und Produkte der Photonik sind z.B. die Verbesserung der Sehkraft durch Korrektur der Hornhaut mit Hilfe eines Lasers, aber natürlich auch Foto-Objektive und Kameras, von der Kamera für Kinofilme bis zum Handy oder auch Laser-Abstandssensoren z.B. für Autos.
Eine aktuelle Photonik-Entwicklung für mehr Sicherheit und Komfort im Straßenverkehr ist ein adaptiver LED-Scheinwerfer, der sich der Fahrsituation anpasst. Dabei analysiert ein Sensor ständig das Umfeld. Er nimmt beispielsweise wahr, wenn ein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Dann werden einzelne Pixel automatisch abgeschaltet, um den Gegenverkehr nicht zu blenden. Zudem analysiert der Sensor den Straßenverlauf, misst die Geschwindigkeit und den Abstand zu anderen Fahrzeugen und Verkehrsteilnehmern und sorgt je nach Situation für die richtige Beleuchtung. Im Stadtverkehr verbreitert sich die Lichtverteilung, so dass auch Fahrradfahrer oder Fußgänger am Straßenrand erkannt und Verkehrsschilder gezielt angeleuchtet werden. An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt waren neben Herstellern von LEDs und Scheinwerfern auch das Fraunhofer-IAF sowie die Daimler AG aus Baden-Württemberg beteiligt, die beide Mitglied im Innovationsnetzwerk Photonics BW sind.


Photonics BW e.V. ist das Innovationsnetzwerk für Optische Technologien in Baden-Württemberg. Es vereint über 70 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, der Sitz der Geschäftsstelle ist am Innovationszentrum der Hochschule in Aalen. Rund 18 % der Mitglieder sind im Ostalbkreis ansässig, nur aus der Region Stuttgart kommen mehr.


Das Netzwerk fördert seit seiner Gründung im Jahr 2000 die Photonik in Forschung, Entwicklung und Anwendung sowie in der Aus- und Weiterbildung und Nachwuchsförderung zum Erhalt und zur nachhaltigen Stärkung des führenden Photonik-Standorts Baden-Württemberg.


Hierzu organisiert das Team um Geschäftsführer Dr. Andreas Ehrhardt landesweit Weiterbildungsseminare, Messe-Gemeinschaftsstände und Fachveranstaltungen, bei denen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen zu aktuellen Themen austauschen, betreut Forschungsprojekte für die Baden-Württemberg Stiftung und bietet den Mitgliedern Unterstützung für den Ausbau ihrer Innovationskultur. Engagement für die Gewinnung von Nachwuchskräften rundet das Angebot ab. Für überregionale und internationale Aktivitäten hat sich das Netzwerk mit Partnernetzen aus ganz Deutschland im Dachverband OptecNet Deutschland e.V. zusammengeschlossen.


Kontakt:
Dr. Andreas Ehrhardt, Anton-Huber-Str. 20, 73430 Aalen
Tel. 07361/633 909-0, ehrhardt@photonicsbw.de, www.photonicsbw.de

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© Wirtschaft Regional 13.04.2017 10:50
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