Die Kammer hat die Gründer im Blick

IHK Ostwürttemberg Die Vollversammlung des Wirtschaftsgremiums verabschiedet ihre Positionen im Wahlkampfjahr 2017 – und will im aktuellen Jahr vor allem die Existenzgründer in der Region ermuntern.
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    Von links: Die IHK-Präsidiumsmitglieder Brigitte Wagenblast, Hans-Jörg Rieger, Thomas Spitzenpfeil, HfG-Rektor Ralf Dringenberg, IHK-Präsident Carl Trinkl sowie Michaela Eberle, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwürttemberg. Foto: IHK

Schwäbisch Gmünd

Existenzgründer gelten gemeinhin als essenzielle Triebfeder für Innovation im Speziellen und Erneuerung der Wirtschaft im Allgemeinen. So ist es nachvollziehbar, dass eines der Schwerpunktthemen der IHK-Vollversammlung die Gründungsoffensive Start-up Ostwürttemberg war. Zudem wurden in der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Schwäbisch Gmünd die wirtschaftspolitischen Positionen der IHK-Organisation im Wahljahr 2017. Zudem hieß Oberbürgermeister Richard Arnold die Wirtschaft der Region willkommen und HfG-Rektor Prof. Ralf Dringenberg gab Einblicke in Wissenschaft, Design und zur Entwicklung der Hochschule für Gestaltung.

Als Basis und Ausrichtung der künftigen politischen Arbeit der IHK hat die Vollversammlung die bundesweiten wirtschaftspolitischen Positionen 2017 der IHK-Organisation auf regionaler Ebene verabschiedet. Legitimiert durch das Votum des regionalen Parlaments der Wirtschaft, verfügt die IHK damit über einen abgestimmten Forderungs- und Handlungskatalog, mit dem sie als Stimme der regionalen Wirtschaft sprechen kann. Dieser steht unter der Überschrift „Erfolge sichern, Zukunft gestalten“ und beinhaltet acht Top-Handlungsfelder. IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle: „An erster Stelle steht unverändert die berufliche Bildung und damit auch die duale Berufsausbildung. Hier gilt es, attraktive und vielfältige Bildungswege zu gehen und junge Menschen dafür zu gewinnen.“

Weitere Handlungsfelder sind Digitalisierung und damit verbunden Industrie 4.0. Diese gilt es aktiv zu gestalten und vorantreiben. Um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, müssen die Rahmenbedingungen für digitale Technologien verbessert werden. Eberle: „Darüber hinaus muss die Energiewende zum Erfolg geführt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Belastungen für die Unternehmen endlich verringert werden.“

Zudem will sich die IHK-Organisation dafür einsetzen, den Industriestandort Ostwürttemberg weiter zu stärken. Bei den Steuerbelastungen konnte vor wenigen Wochen ein bundesweit erster Erfolg bei der Anhebung der GWG-Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von den seit Jahrzehnten bestehenden 410 Euro Grenze auf 800 Euro erzielt werden. Eberle dazu: „Allein das bedeutet bei derzeitiger Vergleichsrechnung rund 1,5 Milliarden Euro Steuerersparnis für die deutsche Wirtschaft pro Jahr.“

Als ebenfalls zentrales Themenfeld nannte Eberle den Ausbau und die Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur, insbesondere bei Glasfaser-, Verkehrs- und Energienetzen. Im Bereich der Außenwirtschaft fordern die IHKs mit den jetzt beschlossenen Positionen von der Politik, die internationalen Handelsbeziehungen aus Europa heraus weiterzuentwickeln und setzen dabei unverändert auf offene Märkte. Eberle: „Wirtschaftspolitisch müssen wir für ein zukunftsfestes Europa einstehen, um auch den regionalen Industriestandort weiter stärken zu können.“

Neben der Wirtschaftspolitik diskutierte die Vollversammlung vor allem de „Gründungsoffensive Start-up Ostwürttemberg.“ IHK-Präsident Carl Trinkl: „Für die Sicherung der regionalen Wirtschaft ist es notwendig, dass Unternehmen mit Substanz, Beschäftigung und dem Interesse nachhaltig am Standort verankert zu sein, neu zum Bestand hinzu kommen.“ In der Gründungsoffensive „Start-up Ostwürttemberg“ haben sich bislang mehr als 20 Partner aus der Region zusammengeschlossen haben. Markus Schmid, Koordinator des Projekts und Leiter des IHK-Geschäftsfelds Existenzgründung und Unternehmensförderung erläuterte die Hintergründe und Ziele. „Vorrangig sollen etablierte Unternehmen und Start-ups miteinander vernetzt werden; aber auch die Start-up-Region Ostwürttemberg soll überregional vermarktet werden, um Gründungsinteressierte für uns zu gewinnen.“ Die Offensive möchte zudem nach innen gerichtet auch die Erfolgschancen junger Gründungsteams erhöhen und insgesamt die Gründungslust in der Region steigern. Schmid: „Die Projektpartner haben dabei technologieorientierte und wissensintensive Gründungen im Fokus ihrer Unterstützungsleistungen. Davon betroffen sind vor allem Geschäftsmodelle auf Basis Digitalisierung und Industrie 4.0.“ Hier schließt sich für IHK-Präsident Trinkl der Kreis: „Diese Ausrichtung passt auch in viele weitere Maßnahmen und Aktionen, die im Arbeitsprogramm der IHK Ostwürttemberg stehen, und mit denen sich auch viele Netzwerke und Partner gemeinsam beschäftigen.“

Einblicke in die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd (HfG) der Rektor Prof. Ralf Dringenberg. Laut ihm tritt die HfG in der Ausbildung ihrer Studenten für wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit ein. „Die HfG ist eine dynamische und lernende Organisation, die ständig bestrebt ist, die hohe Qualität ihrer Studienangebote zu verbessern. Wir wollen sicherstellen, dass unsere Studierenden ein Höchstmaß an Professionalität erreichen.“

Wie gut dies in der Vergangenheit geschehen ist, zeigt die hohe Designerdichte in und um Gmünd sowie die erfolgreichen Büros, die die Stadt zu einer Design-Hochburg gemacht haben. Die Verbindung zur Wirtschaft und dabei zur Vertreterin der regionalen Betriebe sieht IHK-Präsident Trinkl bei den Themen Gründungen und Kooperation sowie im Forschungs- und Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, den die IHK maßgeblich unterstützt.

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© Wirtschaft Regional 05.04.2017 18:11
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