Integration durch Ausbildung

Landespolitik und Handwerkskammer Ulm ziehen positive Zwischenbilanz des "Kümmerer-Programms"

Die Beschäftigung von Flüchtlingen schreitet im Bezirk der Handwerkskammer Ulm voran. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei das "Kümmerer-Programm", welches Wirtschaftsministerium und Handwerkskammer gemeinsamen vorantreiben.

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    Susanne Lubos, Mitarbeiterin der Handwerkskammer Ulm (l.), gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut (m.) und weiteren Projektbeteiligten.
 Ein Jahr nach dem Start ziehen die Partner eine positive Zwischenbilanz. Im HWK Bezirk wurden zum Jahresende insgesamt 37 Jugendliche in ein Praktikum, eine Einstiegsqualifizierung oder eine Ausbildung vermittelt. 59 Menschen sind in Betreuung. Aktuell befinden sich im HWK-Gebiet rund 100 Jugendliche mit Flüchtlingshintergrund in einer dualen Ausbildung.

„Die Ausbildung von Geflüchteten ist ein wichtiges Zukunftsthema, weil sich hier gesellschaftliche Integration und Fachkräftesicherung verbinden“, betonte Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut bei einer Fachtagung zum Thema „Integration durch Ausbildung“. Viele Betriebe seien auf der Suche nach Auszubildenden, gleichzeitig seien viele Flüchtlinge motiviert einen Beruf zu erlernen. Hier setze die Arbeit der „Kümmerer“ an. „Flüchtlinge sind eine von vielen Zielgruppen für das Fachkräfteengagement unserer Betriebe“, betont Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm. Diese Form der Ausbildung könne gelingen: „Unsere Betriebe haben hier die Chance motivierte und engagierte junge Menschen für sich und ihre Firma zu gewinnen.“

Übergeordnetes Ziel sei es den Fachkräftebedarf anzugehen sowie engagierte Betriebe und Jugendliche zu begleiten. Mehlich: „Unsere Betriebe wissen, dass diese Ausbildung zeitintensiver ist“ Gerade deshalb sei das Handwerk seit langer Zeit mit entsprechendem Personal an dieser Zielgruppe dran. So wird die Arbeit des „Kümmerers“ beispielsweise durch die Arbeit eines sogenannten „Willkommenslotsen“ unterstützt. Letzterer ist Ansprechpartner für interessierte Betriebe und hilft bei allen praktischen Fragestellungen zur Integration in den Betrieb.

Hintergrund:
Die Willkommenslotsen werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Die „Kümmerer“ des Förderprogramms „Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge“ werden seit Anfang 2016 durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert. Beide Angebote sind in die Aktivitäten der Handwerkskammer eingebettet und wurden gemeinsam mit dem Handwerk zur Unterstützung der engagierten Betriebe auf den Weg gebracht.

Ansprechpartner für interessierte Betriebe und Jugendliche:
Dominik Maier, Fachbereichsleitung Nachwuchswerbung, Telefon 0731 1425 8203, Mail d.maier@hwk-ulm.de

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© Wirtschaft Regional 20.03.2017 16:43
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