Handwerk sucht den Dialog

Wirtschaftspolitik Das regionale Handwerk macht auf sich aufmerksam. Der Vorstand der Handwerkskammer Ulm bespricht fürs Handwerk relevante Themen in Stuttgart.
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    Der Vorstand der Handwerkskammer Ulm um Präsident Joachim Krimmer (Mi.) im Austausch mit Werner Schempp (5.v.li.) vom Staatsministerium. Mit dabei waren Alexander Hamler (2.v.li.) und Thomas Rüdiger (5.v.re.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich (re.). Foto: HWK Ulm

Stuttgart/Ulm

Das regionale Handwerk verstärkt seine Lobbyarbeit. „Die Landespolitik bestimmt massiv die Bedingungen unseres regionalen Handwerks mit. Dorthin müssen wir unsere Argumente liefern“, sagt Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm. Er zieht im gleichen Atemzug eine Bilanz der Vorstandsreise in die Landeshauptstadt. Mit dabei waren dabei die beiden Kreishandwerksmeister Alexander Hamler (Ostalb) sowie Thomas Rüdiger (Heidenheim). Im Zentrum des Austausches mit der Politik standen unter anderem die Auswirkungen der so genannte „Blauen Plakette“. Der Vorstand der Kammer formulierte dazu klare Erwartungen nach Ausnahmeregelungen und Übergangsfristen.

„Viele Betriebe haben ihren Fuhrpark erst auf die grüne Plakette samt Euro-5-Norm angepasst“, sagt Krimmer. „Da unsere Investitionszyklen meistens acht bis zehn Jahre umfassen, ist jede Änderung betriebswirtschaftlich unrentabel und mit unsinnigem Mehraufwand verbunden.“ Krimmer kritisiert die Landesregierung. Darauf müsse die Landepolitik jetzt entsprechend Rücksicht aufnehmen. Insbesondere die Umrüstung von Lieferfahrzeugen auf Euro-6-Norm sei kompliziert, teuer und stehe nicht im Verhältnis zu den Anforderungen der Kunden an das Handwerk. Krimmer betont: „Unsere Kunden fragen nicht, mit welchem Fahrzeug wir kommen. Unsere Kunden verlangen nach einer zeitnahen und qualitativ guten Bearbeitung ihrer Anliegen.“

Doppelhaushalt in handwerkspolitischen Fokus stellen

Ein Meisterbonus wäre ein toller Anreiz.

Wilfried Pfeffer
Vizepräsident Handwerkskammer

Der Vorstand der Kammer diskutierte mit den Abgeordneten zudem über den anstehenden Doppelhaushalt des Landes für 2018 und 2019. Die Landespolitik könne hier aus dem gemeinsamen Strategiedialog mit dem Wirtschaftsministerium entsprechende Schwerpunkte setzen. Krimmer sagt: „Die Ableitungen aus der Strategie ‘Handwerk 2025’ müssen sich im Haushalt widerspiegeln.“ Dazu gehörten Investitionen in die berufliche Bildung sowie die Unterstützung der Betriebe bei Engagements zur Digitalisierung und Fachkräftesicherung.

Der Vorstand der Handwerkskammer Ulm freute sich zudem über die ersten positiven Anzeichen zur Einführung eines Meisterbonus. Wilfried Pfeffer, Arbeitnehmervizepräsident der Handwerkskammer Ulm, teilt dazu mit: „Bildung darf nicht am Geldbeutel scheitern. Ein Meisterbonus zur finanziellen Unterstützung wäre ein toller Anreiz für Handwerker und Betriebe ihre Weiterbildung zu stärken.“ Das Land brauche mehr Meister, die Fachkräfte und Ausbilder sind.

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© Wirtschaft Regional 17.03.2017 19:35
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