VAF macht sich für die E-Autos fit

Automatisierungstechnik Das Geschäft bei der VAF GmbH boomt. Die Bopfinger Firma wird Paradigmenwechsel im Automobilbau aktiv mitgestalten. Auftrag für Montagelinie von E-Autos liegt vor.
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    Das Firmenareal von VAF ist zwar beengt, dennoch soll der Firmensitz ein neues Bürogebäude für bis zu 100 Mitarbeiter erhalten. Fotos: VAF GmbH
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    Firmenchef Hermann Stark an einer Motoren-Montagelinie.

Bopfingen

Die Automobilhersteller haben 2016 mächtig in neue Automatisierungslösungen investiert. Das kam dem Verkettungsspezialisten VAF GmbH zupass: Die Entwicklung und Produktion des innovativen Mittelständlers war und ist gut ausgelastet. Firmenchef Hermann Stark denkt jedoch einen Schritt weiter: Er stellt die Firma bereits heute richtig für den Paradigmenwechsel im Automobilbau auf. Dazu soll VAF weiter wachsen: Deshalb will das Unternehmen noch in diesem Jahr ein neues Bürogebäude erstellen. „Der Bauantrag für den Neubau eines Bürogebäudes ist auf den Weg gebracht“, sagt Stark.

„Wir rechnen damit, dass der Verbrennungsmotor weiterhin eine große Rolle spielt. Der grundlegende Wandel in Richtung alternativer Antriebe muss aber ebenso intensiv bearbeitet werden“, sagt Stark. VAF müsse bereits heute reagieren. „Wir müssen Entwicklungstrends selbst ermitteln, aktiv Entscheidungen treffen und Investitionen tätigen, um von Anfang an unsere technischen Lösungen in diesen Entwicklungsprozess einzubringen“, sagt Stark.

VAF hat deshalb eine neue Entwicklungsabteilung gegründet. Das Unternehmen arbeitet gerade an einem zukunftsweisenden Auftrag: Für den Bau eines Elektroautos liefern die Bopfinger eine Montagelinie, mit welcher der Stator eines Elektromotors zusammengebaut werden soll. Das zukünftige volumenmäßige Wachstum von VAF und die Entwicklung von technologischem Know-how sei gebunden an den Ausbau der Büro- und Fertigungsfläche, betont Stark.

Gute wirtschaftliche Situation

Die Kunden der Bopfinger VAF GmbH haben kräftig in ihre Produktions- und Montageanlagen investiert. Demgemäß startete VAF mit gutem Rückenwind ins Jahr 2017. VAF konzipiert und realisiert hochflexible Montage-Anlagen für namhafte Automobilhersteller wie den VW-Konzern, die Daimler AG, die Adam Opel AG sowie für MAN. Auf den Anlagen werden mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad Motoren, Getriebe und Fahrwerkskomponenten für Pkw und Lkw produziert.

Wir müssen die Trends selbst ermitteln.

Hermann Stark
Geschäftsführer VAF GmbH

Aktuell baut VAF eine Hybrid-Modul-Montage für Volkswagen in Kassel. Ebenfalls für die Wolfsburger wird in Braunschweig derzeit eine vollautomatische Lenksensor-Montagelinie in Betrieb genommen. „Am Produktionsstandort Deutschland präferieren unsere Kunden Fertigungskonzepte im Vollautomatikbetrieb“, sagt der geschäftsführender Gesellschafter.

In den Linienstationen, die VAF konzipiert, werden die Prozesse der Komponenten-Montage mit Abläufen der Teile-Identifikation, induktivem Erwärmen und beispielsweise Kleben verknüpft. Dafür sind die Stationen mit einer Vielzahl von Sensoren, Kameratechnik und Robotik ausgestattet. Die Ansprüche an niedrigen Ressourcenverbrauch, möglichst wenig Wartungen, Umrüstbarkeit und Flexibilität der Anlagen müsse ebenso erfüllt sein, sagt Stark.

Solche Anlagen werden bei VAF an 60 CAD-Arbeitsplätzen komplett selbst projektiert. Zur strategischen Ausrichtung der Firma gehört aber ach die überdurchschnittlich hohe Fertigungstiefe. „Sie ist die Grundlage, um die hohen Termin- und Qualitätsvorgaben realisieren zu können“, sagt Stark.

Flächen sukzessiv erweitert

Die Produktionsfläche wurde am Standort Bopfingen in mehreren Phasen ausgebaut. Im Juni 2015 wurde die neue, 300 m² große Lehrwerkstatt fertiggestellt. 2015 wurde zudem der Bau einer vierten Montagehalle erforderlich. Damit ist die Produktionsfläche auf 15.000 m² ausgebaut worden. „Der räumliche Zusammenhang der Fertigungs- und Montageabteilung zur eigentlichen Ideenschmiede, unserer Konstruktionsabteilung, ist im Sondermaschinenbau immens wichtig“, sagt Stark weiter.

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© Wirtschaft Regional 16.03.2017 21:05
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