Kundengeschäft wächst stark

Bilanz Die Anlagen und Kredite liegen auf Rekordniveau: Die Raiffeisenbank Mutlangen ist mit 2016 zufrieden – rüstet sich aber für schlechtere Zeiten.
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    Vorstandssprecher Dieter Breuer, Aufsichtsratschef Peter Seyfried sowie die beiden Vorstandsmitglieder Oliver Seibold und Thomas Bareiß (v.l.) der Raiba Mutlangen. Foto: rs

Mutlangen

Auch im vergangenen Geschäftsjahr 2016 hat die Raiffeisenbank Mutlangen stark zugelegt: Das Kundengeschäft boomt, sowohl auf der Kredit- als auch auf der Anlagenseite. Die Bilanzsumme steigt auf 341 Millionen Euro. Der Vorstand um seinen Sprecher Dieter Breuer ist zufrieden. „Die Ergebnisse sind erfreulich. Wir haben durchweg solide gewirtschaftet.“ Neben der guten Ertragslage sei man vor allem auf den Zuwachs im Kundengeschäft stolz.

Die Kundeneinlagen stiegen trotz mauer Zinslage um 6,5 Prozent auf 282 Millionen Euro. Auch das Geschäft mit den Krediten läuft prächtig: Das Volumen stieg um 4,1 Prozent auf 212 Millionen Euro. Das Wachstum beruht allerdings auf harter Arbeit: Schließlich tilgen Privat- und Firmenkunden angesichts niedriger Zinsen ihre Darlehen, wo sie nur können. Für das Plus 4,1 Prozent waren 629 neue Kredite mit einem Gesamtvolumen von 54 Millionen Euro nötig. Heißt: Rund ein Viertel des Kreditvolumens besteht aus 2016 abgeschlossenen Darlehen. Trotz der Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die von vielen Banken als Wachstumsbremse ausgemacht worden war, stieg das Volumen der Wohnungsbaukredite um 8,5 Prozent, wie Vorstandsmitglied Oliver Seibold erklärt.

Doch auch die Raiffeisenbank Mutlangen bleibt vom allgemeinen Trend nicht verschont: Trotz Rekordzahlen und starken Wachstums im Kundengeschäft hat sie wie fast alle anderen Banken wegen der Nullzinsphase mit sinkenden Zinserträgen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr sank die wichtigste Ertragsquelle der Bank um acht Prozent auf 7,5 Millionen Euro. „Die erfreulichen Ergebnisse des Jahres 2016 und der guten Jahre zuvor sind nicht auf die Zukunft übertragbar“, erklärt denn auch Seibold.

Neben dem schmelzenden Zinsüberschuss warnt der Vorstand vor überbordender Regulatorik, die erhebliche Investitionen in IT und Personal nach sich zögen. Zudem, so Vorstandsmitglied Thomas Bareiß sei die gute konjunkturelle Lage in Deutschland nicht in Stein gemeißelt. „In den vergangenen Jahren waren die Risikoaufwendungen aus dem Kreditgeschäft unterdurchschnittlich“, so Bareiß. Lahmt die Konjunktur, steigen die Risikokosten für die Bank. Diese Lage macht erfinderisch, ist das Ziel klar definiert: „Wir wollen selbstständig bleiben und an der dezentralen Struktur mit unseren Ortsbanken festhalten“, so Aufsichtsratschef Peter Seyfried. Deshalb hatte die Bank in einem seit 2015 andauernden Strategieprozess festgelegt, das eigene Geschäft auszubauen und in neue Geschäftsfelder vorzustoßen. Es seien, so Seyfried, einige Optionen denkbar, etwa im Immobilienbereich.

Die Filiale in Täferrot wird hingegen zum 30. Juni geschlossen. Grund sei das veränderte Kundenverhalten, so Breuer. Sprich: Die Filiale wurde kaum noch genutzt, Online-Services erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Deshalb passt die Bank ihre Öffnungszeiten in den verbliebenen acht Filialen an. Zudem investieren die Mutlanger massiv in den digitalen Umbau ihres Instituts. „Wir stellen uns der Digitalisierung und gehen sie offensiv an“, so Bareiß. Das mobile Banking wird erweitert. Kunden könnten sich für kostenlose digitale Schulungen anmelden. Alle Filialen verfügen seit 1. Februar über kostenfreies WLAN. Darüber hinaus biete man ab 1. Juli einen telefonischen 24-Stunden-Service an.

Die Zahlen der Raiba Mutlangen im Jahr 2016

Finanzkennzahlen in Euro (in Klammer Veränderung zum Vorjahr)
Bilanzsumme341 Mio. (+1,2%)
Kundenkredite212 Mio. (+4,1%)
Kundeneinlagen282 Mio. (+6,5%)
Betreutes Kundenvolumen
754 Mio. (+6,1 %)
Bilanzielles Eigenkapital
31,7 Mio. (+6,7 %)
Zinsüberschuss7,5 Mio. (-8,0 %)
Provisionsüberschuss2,5 Mio. (+0,8 %)
Bilanzgewinn0,6 Mio. (+1,0 %)
Vorschlag Dividende5 %
Mitarbeiter74
... davon Auszubildende9

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© Wirtschaft Regional 10.03.2017 21:21
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