Commerzbank gewinnt Kunden

Bilanzzahlen Die Commerzbank ist nach ihrer Neuordnung zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2016. Zahlen für Marktregion Ostwürttemberg vorgelegt.
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    Rudi Maurer (li.; Firmenkunden) und Johannes Haas (Privatkunden) verantworten das Geschäft der Commerzbank in Region. Foto: sk

Aalen

Die Commerzbank hat sich in den vergangenen Monaten eine neue Struktur gegeben. Nach dem Etablieren von Niederlassungen sind die Zuständigkeiten etwas anders organisiert worden, Gebietszuschnitte haben sich geändert. Das starke Wachstum der Großbank bei den Neukunden um 1,1 Millionen seit 2012 hat sich auch in der Region manifestiert. Im Privatkundengeschäft wurden 518 neue Kunden gewonnen, im Firmenkundengeschäft waren es 30. Im Jahr 2017 soll die Mittelstandsbank umstrukturiert werden. Bis 2020 sollen weitere zwei Millionen Neukunden gewonnen werden. Großes Thema bleibt 2017 die Digitalisierung. Denn: „Das Berufsbild des Bankkaufmanns wird sich rasant verändern“, sagt Johannes Haas, verantwortlich für das Privat- und Firmenkundengeschäft in der Region.

In der Region blickt die Commerzbank auf die höchste Marktdurchdringung in Süddeutschland. Vor allem bei den Unternehmenskunden hat das Institut als Financier ein gutes Standing. Das manifestiert sich auch in den Firmenkundenstandorten: Im Marktgebiet Heilbronn/Ostwürttemberg liegen von vier Standorten mit Schwäbisch Gmünd, Aalen und Heidenheim allein drei in Ostwürttemberg.

In der Region betreut das Institut nun 33 000 Privatkunden. Das Neugeschäft mit Immobilienfinanzierungen belief sich auf 31,8 Millionen Euro. Bei den Konsumentenkrediten wurden 5,3 Millionen Euro neu ausgeliehen. Und im Wertpapiergeschäft stiegen die Neuanlagen auf 6 Millionen Euro an. „Das Sparen von heute heißt Anlegen“, sagt Johannes Haas. Er verweist auf das neue Produkt Premium-Fonds-Depot: Darin fallen keine Ausgabeaufschläge an, abgerechnet werde über eine Jahrespauschale. Die Flexibilität bei Fondsanlagen, die in Ostwürttemberg weit über 50 Prozent des Wertpapiergeschäfts einnehmen, steige für die Kunden. „Die Commerzbank hat eine bessere Kalkulierbarkeit“, sagt Haas. Wie beim kostenlosen Girokonto würden sich die Mehrkosten für die Commerzbank über den Zugewinn an Kunden rechnen.

Neue Produkte avisiert

Die Commerzbank wird einen digital via App buchbaren Ratenkredit einführen. Einen individuell hinterlegten Maximalkredit sollen Kunden direkt übers Smartphone abrufen können. Im Frühjahr soll gleiches für eine Baufinanzierung möglich sein.

Das Sparen von heute heißt Anlegen.

Johannes Haas
Leiter des Privatkundengeschäfts

Im Firmenkundengeschäft werden ab diesem Jahr die Kunden ab einem Jahresumsatz von 15 anstatt bislang 2,5 Millionen Euro zusammengefasst. Der Firmenkundenbereich geht dann bis zu einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro. Nach der alten Lesart zählt die Commerzbank in Ostwürttemberg rund 1000 solcher Firmenkunden.

Starke Stellung bei Firmen

„Wir wollen unseren Marktanteil als Außenhandelsfinanzierer bei den Firmen von deutschlandweit 30 auf 33 Prozent steigern. In Ostwürttemberg liegen wir bereits heute weit darüber“, sagt Rudi Maurer, verantwortlich für das Firmenkundengeschäft in Ostwürttemberg und Heilbronn.

Absicherungsgeschäfte wie für Rohstoffe, Wechselkurse des US-Dollars und des britischen Pfunds hätten 2016 stark angezogen, berichtet Maurer. „Die Lage bei den Unternehmen der Region ist gut. Gerade bei Konsortialfinanzierungen wollen wir weiter wachsen. Bis 2020 wollen wir in der Region 130 neue Firmenkunden gewinnen“, sagt er.

Sowohl im Privatkundenbereich wie bei den Firmenkunden nimmt die Digitalisierung bei der Commerzbank mächtig Fahrt auf. Viel Geld wird dabei weiter in neue Systeme investiert. Und auch bei den Filialkonzepten hat das Institut die Offensive gesucht. Flagship- und City-Filialen wurden und werden neu konzipiert, um den geänderten Nutzungsbedingungen der Kunden gerecht zu werden. Wie die Filialen in der Region gestaltet werden, konnten Haas und Maurer noch nicht sagen – wahrscheinlich seien Zwischenlösungen wie die Flagship-Filiale light und die City-Filiale plus. 2018 würden Entscheidungen fallen.

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© Wirtschaft Regional 08.03.2017 19:37
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