Brucker schafft neuen Pendelverkehr

Logistikbranche Das Sichern von Fachkräften ist bei der Aalener Spedition Brucker großes Thema. Die Beratungsabteilung wurde ausgebaut. 2017 kommen vier neue Standorte hinzu.
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    Die Spedition Brucker hat einen Pendelverkehr mit mehreren Lkw nach Toulouse eingerichtet. Das Netzwerk dieser Zulieferverkehre für die dortige Luftfahrtindustrie soll ausgeweitet werden. Foto: Brucker

Aalen

Das Umfeld in der Logistikbranche ist von großen Herausforderungen geprägt. Dr. Stefan Brucker, der gemeinsam mit seinem Bruder Arno Brucker das gleichnamige Aalener Unternehmen leitet, sieht weniger im Wettbewerb innerhalb der Branche ein Problem, als vielmehr beim Sichern der Fachkräfte. Deshalb hat das Traditionsunternehmen einen ganz eigenen Weg eingeschlagen, der die Mitarbeiter in den Mittelpunkt vieler Aktivitäten stellt. Durch die Personaloffensive gelinge es, kompetentes Personal und damit Know-how ans Unternehmen zu binden.

„Wir haben unser Beratungsteam erweitert. So werden zunehmend spezielle Lösungen –vor allem im Bereich der Kontraktlogistik – möglich. Unser Angebotsspektrum als Logistikunternehmen ist stetig breiter geworden“, sagt der Geschäftsführer. Brucker bediene mit seinen 430 Mitarbeitern an zehn Standorten intensiv diverse Nischen. Standardtransporte würden immer seltener durch den eigenen Fuhrpark ausgeführt. Stefan Brucker: „Das machen andere, meist ausländische Speditionspartner, günstiger.“ Doch wenn es darum gehe, maßgeschneiderte Lösungen zu erarbeiten, speziell ausgerüstete Lastwagen bereitzustellen oder schnell und an 365 Tagen rund um die Uhr mit einem Expressverkehr zu reagieren, dann sei ein eigener Fuhrpark und Fahrpersonal unerlässlich.

Standard ist bei Brucker fast das stetige Wachsen. 2016 wuchs das Logistikunternehmen um satte elf Prozent. 2017 werden vier weitere Standorte hinzukommen - „durch die Übernahme von Projekten in der Kontraktlogistik bei Kunden“, erläutert Stefan Brucker. Damit einhergehen wird eine Fuhrparkerweiterung, weitere 30 Mitarbeiter kommen hinzu. „Wir werden je zwei Standorte in Bayern und in Baden-Württemberg aufbauen“, sagt er. Und der Geschäftsführer berichtet von einem 2016 umgesetzten Kontraktlogistik-Projekt in Dinkelsbühl. Dabei wurde die Logistik an einem Standort zusammengefasst und konsolidiert. „Vom Ersatzteilversand, dem Maschinenverpacken, der Bewirtschaftung des Warenlagers über die Zollabwicklung bis zum kompletten Transportwesen sind wir in die Betriebsabläufe integriert“, sagt Brucker.

Standard machen meist ausländische Spediteure günstiger.

Dr. Stefan Brucker
Geschäftsführer Spedition Brucker

Ein weiteres gutes Beispiel für die Visualisierung des starken Wachstums ist ein Auftrag aus der Luftfahrtindustrie: Brucker hat einen Pendelverkehr zwischen Laupheim und Toulouse aufgebaut, bei dem täglich mehrere Lkw eingesetzt werden. 2017 sollen weitere Zulieferer in sogenannte Milk-Run-Verkehre zwischen Laupheim und der französischen Atlantikküste integriert werden. Brucker: „Damit wird ein Netzwerk für die Zulieferindustrie von Airbus mit einer beachtlichen Lkw-Flotte aufgebaut.“

Zu Beginn vieler Projekte stünden Beratungsmandate, die Firmen bei Brucker in Auftrag geben. „Meist geht es um Prozessoptimierungen oder neue Abläufe. Für dieses Planen halten wir eine eigene Abteilung mit fünf Mitarbeitern vor“, erläutert der Geschäftsführer. Synergien würden aufgezeigt, Lagerflächen und Kosten eingespart. „Am Schluss steht meist der Auftrag. Dieses Vorgehen bildet für uns die Basis unseres Wachstums“, beschreibt Brucker. „Wir konzentrieren uns auf die Bereiche, die wir besonders gut können und auch ausführen wollen.“ Bezüglich des Betreibens von Logistikzentren erhalte Brucker immer wieder Anfragen. „Wir sind dazu derzeit in guten Gesprächen.“

Brucker-Aktivitäten: Lehmann-Areal und Radlog

Anfang 2016 hatte die Spedition Brucker die beiden Hallen der ehemaligen, benachbarten Maschinenfabrik F.B. Lehmann übernommen. Einiges wurde bereits umgebaut und renoviert. „Die Hallen werden für Lager, zur Kommissionierung sowie zum Verpacken für 14 Kunden benutzt“, informiert Stefan Brucker. Bereits jetzt sind die neuen Flächen komplett belegt. 2017 werden zusätzliche Lagerstandorte hinzukommen –ebenso wie bereits 2016 zusätzliche Flächen angemietet wurden.

Positiv entwickelt sich auch der Unternehmensbereich Radlog. Rund 18 000 Räder sind für Autohäuser eingelagert und werden professionell verwaltet. „Damit verbunden sind Dienstleistungen wie das Reinigen der Räder sowie das pünktliche Bereitstellen und Anliefern an die Autohäuser“, sagt Dr. Stefan Brucker. sk

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© Wirtschaft Regional 07.03.2017 20:17
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