Porsche setzt auf voestalpine

Spatenstich Großauftrag über 250 Millionen Euro erfordert Erweiterung des Gmünder Kompetenzzentrums für Warmumformung und 40 neue Stellen.
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    Bei so vielen „Spatenstechern““ muss der voestalpine-Neubau ja gelingen (v.l.) Ekkardt Frei, Hans-Peter Trost, Mark Weingärtner, Martin Bauer, Alexander Pfaff, Brigitte Weiß, Richard Arnold, Benno Rammelmüller, Klaus Pavel, Thomas Anger, Uwe Stefan, Cornelius Fink, Andreas Seibt, Stefan Szabo. Foto: tom

Schwäbisch Gmünd.

Landrat Klaus Pavel, OB Richard Arnold und Bettringens Ortsvorsteherin Brigitte Weiß waren sich einig: „Höchste Wertschätzung, was der voestalpine-Konzern im Gmünder Gewerbepark Gügling auf die Beine stellt!“ Am Montag war erster Spatenstich für eine neue 6000 qm große Produktionshalle, in der schon ab Sommer einbaufertige Komponenten und komplexe Karosserie-Module für den neuen 992er und das Elektroauto „J1“ von Porsche gefertigt werden. „Wir haben von diesem Premiumautobauer einen Großauftrag über 250 Millionen Euro erhalten, weil uns mit der vor einem Jahr in Gmünd in Betrieb gegangenen ersten phs-directform-Anlage ein Technologiesprung im automobilen Leichtbau gelang“, erklärte der Gmünder CEO Benno Rammelmüller beim ersten Spatenstich im Beisein seiner Geschäftsführungskollegen Thomas Anger und Alexander Pfaff. Auf dieses neuartige Verfahren zur Fertigung von höchst festen, leichten und korrosionsfreien Karosserieteilen in einem einzigen Prozessschritt setzt auch Porsche, sagte Rammelmüller. Um den Großauftrag zu realisieren, investiert voestalpine weitere 13 Millionen Euro in das nun 52.000 qm große Fabrik-Areal.

„Es ist der fünfte Spatenstich seit 2009“, blickte Rammelmüller zurück und zählte auf: „Wir haben seitdem 75 Millionen Euro in Gmünd investiert, die Mitarbeiterzahl verdoppelte sich von 350 auf bald 700, weil wir jetzt 40 neue Stellen schaffen, der Umsatz kletterte von 68 auf 170 Millionen Euro“.

Klaus Pavel meinte scherzend, „dass wir jetzt hochrechnen können, wie viele Erweiterungen in den nächsten Jahren folgen“ und lobte die rasante Entwicklung: „Jetzt gehört voestalpine zu den ganz Großen in der Region und es bestätigt sich einmal mehr: Ohne Produkte aus dem Ostalbkreis bewegt sich kein Auto auf der Welt“. Pavel hob auch die Leistung der „hoch qualifizierten Mitarbeiter“ heraus und würdigte die „kluge Politik“ in der Gewerbegrundstücksvorhaltung der Gmünder Stadtverwaltung.

Österreicher und Gmünder passen zusammen.

Richard Arnold, OB in Gmünd

Diese war „geballt“ anwesend: Richard Arnold, Wirtschaftsbeauftragter Alexander Groll, Baurechtsamtsleiterin Beate Mattes und Liegenschaftsamtsleiter Gerhard Hackner erwiesen der Entwicklung von voestalpine in Gmünd ihren „großen Respekt“. Benno Rammelmüller sei zeitgleich mit ihm nach Gmünd gekommen, blickte Arnold zurück: „Dann kam die Wirtschaftskrise, aber wir haben nach vielen Gesprächen zur richtigen Lösung gefunden. Heute wissen wir: Die Österreicher und die Gmünder passen zusammen!“ Wunderbar sei, so der OB, dass die Leichtbautechnologie von voestalpine die Kompetenz und die Ambitionen von Gmünd als Leuchtturm für E-Mobilität stärke. Brigitte Weiß bemerkte, dass es „oft schwierig ist, große Flächen vorzuhalten, aber wenn dann so schnell und so viele Arbeitsplätze wie bei voestalpine geschaffen werden, tun wir das gerne“.

Die voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG. ist das Kompetenzzentrum für Warmumformung des Technologie- und Industriegüterkonzerns voestalpine in Linz/Österreich. 48.500 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro. Das Gmünder Presswerk ist aus der Grau Werkzeug- und Maschinenbau GmbH in Lindach hervorgegangen. Diese wurde vom holländischen Polynorm-Konzern übernommen, später erwarb voestalpine den Automotivebereich von Polynorm.

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© Wirtschaft Regional 06.03.2017 20:45
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