Konjunktur ist in voller Fahrt

IHK-Konjunkturbericht Regionale Wirtschaft gibt sich von Donald Trump unbeeindruckt. Die positive Stimmung hält in der Region an. Jüngste Umfrage fällt extrem gut aus.
  • cae1b2f4-c091-4e6e-9f8e-c1933d465cfe.jpg
    Sauber, modern und freundlich: die Fräskopfmontage bei SHW Werkzeugmaschinen. Foto: SHW WM

Heidenheim

Es scheint die Gelassenheit der Ostwürttemberger zu sein. Mit knapp 45 Prozent bewerten zu Jahresbeginn 2017 deutlich mehr Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies fünf Prozent mehr, und auch der Umsatz konnte im Vergleich zum Herbst 2016 gesteigert werden. Ob Ertragslage, Auftragseingang oder Geschäftserwartungen – alle Kennzahlen liegen derzeit über den Bewertungen der letzten Umfragen sowohl im letzten Herbst als auch gegenüber Jahresbeginn 2016. Bei den Risiken sind die Energie- und Rohstoffpreise zurück auf dem Schirm der Unternehmen.

Ungeachtet des drohenden Protektionismus in den USA, dem nahenden Brexit und ungewissen Entwicklungen durch anstehende Wahlen in europäischen Staaten hat die Wirtschaft in der Region also noch mehr Fahrt aufgenommen. Vor dem Hintergrund überwiegend gleichbleibender bis gestiegener Umsätze sowie weiterer Ertragsverbesserungen bewerten die meisten Unternehmen ihre Lage derzeit auf hohem Niveau. 45 Prozent der Betriebe urteilen über den aktuellen Geschäftsverlauf derzeit mit „gut“. Vor Jahresfrist waren dies nur rund 40 Prozent. Im gleichen Zeitraum verringerte sich der Anteil, die mit „befriedigend“ urteilen von 58 Prozent auf 51 Prozent. Lediglich vier Prozent der Unternehmen bewerten die Geschäftslage als „schlecht“.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle sagte dazu: „Unsere Unternehmen sind stark aufgestellt und ungebrochen international top wettbewerbsfähig. Auch der regionale Arbeitsmarkt profitiert von dieser Entwicklung. Obwohl die Risiken auf den Weltmärkten zugenommen haben, konnten die Betriebe die Herausforderungen bisher gut meistern.“

Positiver Auftragseingang

Bei in weiten Teilen steigenden Auftragseingängen fällt der Blick in die Zukunft noch positiver aus als im Vorjahr. Für die kommenden Monate erwarten 61 Prozent eine gleichbleibende und 33 Prozent eine bessere Geschäftsentwicklung. Eine Verschlechterung befürchten nur sechs Prozent. „Angesichts dieser positiven Perspektiven dürfte auch der private Konsum die Binnenkonjunktur weiterhin stützen. Und auch aus dem Ausland erwartet insbesondere unsere exportstarke regionale Industrie weitere Impulse“, sagte Eberle. Nachdem auch die Investitionspläne nach oben tendieren, dürfte sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fortsetzen. Ein Fünftel der befragten Unternehmen plant mit zusätzlichem Personal.

Bei den Auslandsinvestitionen bleibt die Eurozone die Hauptzielregion der heimischen Wirtschaft. Über 73 Prozent der befragten Unternehmen planen dort höhere Ausgaben. An zweiter Stelle folgt für 63 Prozent der regionalen Exporteure die Zielregion Asien, auch China bleibt dabei hoch im Kurs. In der Eurozone liegen die Investitionsziele bei drei von vier Betrieben bei Vertrieb und Kundendienst. Ebenso dienen in China die Investitionen überwiegend der Markterschließung und –betreuung. Dazu passt auch, dass rund 40 Prozent der Unternehmen auf Online-Marktplätzen global präsent sind.

Blick in die Branchen

Die Industrie und der Bau nehmen weiter Fahrt auf. Die Unternehmen melden eine überdurchschnittliche Kapazitätsauslastung von 87 Prozent. Umsatzsteigerungen und steigende Auftragseingänge verbessern die Stimmung. Die Erwartungen fallen überwiegend positiv aus.

Auch der Handel beurteilt die Geschäfts- und Ertragslage positiver als noch im Herbst. 75 Prozent beurteilen das Kaufverhalten ihrer Kunden als saisonüblich.

Bei der Dienstleistung sieht sich jedes zweite Unternehmen in einer guten Verfassung und erwirtschaftet gute Erträge. Jeder vierte Dienstleister erwartet eine Geschäftsbelebung und steigende Umsätze.

zurück
© Wirtschaft Regional 03.03.2017 17:32
Ist dieser Artikel lesenswert?
238 Leser
nach oben